4.07.2018 11:10
Quelle: schweizerbauer.ch - hal/blu
Landwirtschaftsinitiative
Ritter für Fair-Food-Initiative
In bäuerlichen Kreisen ist die Fair-Food-Initiative umstritten. Der Bauernverband hat Stimmfreigabe bei der Initiative der Grünen beschlossen. Bauernpräsident Markus Ritter wird für die Initiative stimmen.

Bio-Bäuerin und Nationalrätin Maya Graf (Grüne, BL) glaubt nicht, dass die Lebensmittel dadurch teurer würden, wie dies der Bundesrat befürchtet: «Ein grösseres Angebot an nachhaltigeren Lebensmitteln wirkt sich meist günstig auf den Preis», sagte Graf gegenüber SRF. Zudem könne man auf im Ausland tiergerecht und nachhaltig produzierte Lebensmittel weniger Zoll draufschlagen, lautet ihr Vorschlag. 

«Der Bauernverband handelt nicht glaubwürdig», sagt Regina Fuhrer, Präsidentin der Kleinbauern-Vereinigung, gegenüber dem «Tagesanzeiger». Der Bauernverband bekämpfe die Pläne des Bundesrats, die Grenzen für landwirtschaftliche Produkte zu öffnen und dazu neue Freihandelsabkommen abzuschliessen sowie den Grenzschutz abzubauen. «Folglich müsste der Bauernverband die Fair-Food-Initiative unterstützen», kritisiert Fuhrer.

Der Bauernverband hat im April Stimmfreigabe beschlossen. Er folgte damit Markus Ritter. Der Biobauer sagte im vergangenen Jahr, dass die Ziele der Initiative – fairer Handel und gesundes Essen – im Sinne der Schweizer Landwirtschaft sind. Die Stellung des Schweizer Bauernverbands zur Stimmfreigabe wurde von Markus Ritter im «Tagesanzeiger» wie folgt zitiert: «Wir können nicht jedes Jahr einen neuen Artikel für die Landwirtschaft und Ernährung in die Verfassung aufnehmen.» Das lasse sich dem Volk nicht schlüssig erklären. «Als Verband müssen wir auch die formellen Ansprüche der Verfassung berücksichtigen», so Ritter.

Persönlich werde er aber ein Ja in die Urne legen. Dies werde er im Abstimmungskampf auch so kommunizieren. Im Nationalrat hatte sich Ritter noch der Stimme enthalten. 

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