30.01.2017 16:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Freihandel
Ritter: «Neue Ära unter Trump»
Der neue US-Präsident Donald Trump ist dem Freihandel nicht wohlgesinnt. Er will sein Land mit Strafzöllen vor Importen schützen. Für den Präsidenten des Schweizer Bauernverbandes, Markus Ritter, hat eine neue Ära begonnen.

«Schweizer Bauern für Trump», titelte die «Schweiz am Sonntag» in ihrer jüngsten Ausgabe. Dies vor allem darum, weil Trump lieber auf Strafzölle als auf weltumspannende Freihandelszonen setze, schreibt die Zeitung.

Freihandel neu beurteilt

Das Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU (TTIP) sei buchstäblich tot, sagte der künftige EU-Botschafter der USA, Theodore Malloch, gegenüber der britischen TV-Station BBC. Damit wird auch ein Andocken der Schweiz an dieses Abkommen zur Makulatur.

Für den Bauernpräsidenten signalisieren diese Worte einen Wechsel in der Wirtschaftspolitik der USA ein. «Donald Trump hat eine neue Ära eingeläutet: Ich gehe davon aus, dass man den ganzen Freihandel neu beurteilt und künftig mit mehr Nachhaltigkeit angeht», sagt er der «Schweiz am Sonntag». Bei einem Abkommen hätte die Schweiz ihren Agrarmarkt liberalisieren müssen. Zölle und Quoten wären wohl niedergerissen worden.

Die USA ist für die Schweiz nach der EU der zweitwichtigste Handelspartner. Bundesrat Didier Burkhalter äusserte sich vor kurzem, dass ein Freihandelsabkommen wie mit China Modellcharakter für einen Vertrag mit den USA haben könnte.

Naville: Nur Verschnaufpause

Für Martin Naville, Chef der Schweizerischen-Amerikanischen Handelskammer hingegen ist das illusorisch. «Die USA werden auch unter Trump auf einem Zugang zum Schweizer Agrarmarkt beharren. US-Regierungsvertreter haben sowohl unter Bush als auch unter Obama betont, dass erneute Gespräche nur stattfinden können, wenn sich die Schweiz für amerikanische Produzenten öffnet», macht er deutlich. Die Schweiz könne den «privilegierten Status» nicht ewig aufrechterhalten. Das Ende des TTIP sei eher eine Verschnaufpause.

Ritter gibt sich gegenüber der «Schweiz am Sonntag» gelassen. «Zurzeit sehe ich aus der Perspektive der Schweiz keinen Druck auf weitere multilaterale Abkommen. Weder vonseiten der Welthandelsorganisation WTO noch in Sachen TTIP», hält er überzeugt fest.

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