2.11.2012 09:14
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Kleinbauern
SAK sollen Aufwand abbilden
Die Standardarbeitskräfte-(SAK-)Faktoren sollen den realen Arbeitsaufwand abbilden, fordert die Kleinbauern-Vereinigung.

Mit der Agrarpolitik 2014–2017 will der Bundesrat die SAK-Faktoren dem technischen Fortschritt anpassen. Für die Kleinbauern-Vereinigung (VKMB) sei das nur gerechtfertigt, wenn die SAK in Zukunft auch den wirklichen Arbeitsaufwand abbilde, fordert VKMB-Präsidentin Regina Fuhrer. 

Laut ihr müssen auch Hofverarbeitung, Direktvermarktung, Tierwohl, die Erschliessung, Biodiversität, Betriebsführung und Produktionssysteme berücksichtigt werden. Sonst drohten zahlreiche kleinere und mittelgrosse Betriebe unter die landwirtschaftliche Gewerbegrenze zu fallen, womit sie bei Investitionshilfen, Erb- und Steuerrecht benachteiligt würden. «Gerade wertschöpfungsstarke, konsumentennahe Betriebe wären betroffen», kritisierte Fuhrer.

Zwei Musterbetriebe

Zur Veranschaulichung hatte die VKMB auf den Biobetrieb von Toni und Vreni Kipfer-Guggisberg in Stettlen BE geladen. Auf gut zwölf Hektaren halten sie Mutterkühe, deren Fleisch sie als Natura-Beef direkt vermarkten, produzieren verschiedenes Saatgut und pflegen 99 Obstbäume.

Heute verfügt der Betrieb über 1,0 SAK. Damit er ihn noch zum Ertragswert übernehmen kann, wird ihn Sohn Michael nun frühzeitig übernehmen. «Das Ziel ist klar: Über die SAK soll der Strukturwandel beschleunigt werden. Das geht nicht an», sagte Kipfer. Als BDP-Grossrätin reichte sie eine Motion für eine umfassendere SAK-Berechnung ein (inkl. Agrotourismus) und fand dafür eine klare Mehrheit.

Ins gleiche Horn blies Betriebsleiterin Ursula Reinhard, die mit Partner und Tochter den Hof Bantigen bewirtschaftet. Ihr vielseitiger Biobetrieb mit Gemüse-, Acker- und Obstbau, Blumenfeld und Wald weist 1,1 SAK auf, doch drei Personen arbeiten in Vollzeit darauf. «Ich lade die Leute, die über die SAK bestimmen, auf den Hof ein, um uns bei der Arbeit zuzuschauen», erklärte sie.

Problem mit  SBV-Antrag

Der SBV hat im Nationalrat den Antrag durchgebracht, dass unter Art. 3 auch «landwirtschaftsnahe Tätigkeiten» zur Landwirtschaft zählen sollen. Das habe Vorteile für Agrogastronomie und Ferien auf dem Bauernhof, sagt der SBV. Fuhrer sieht diesen Antrag als problematisch, denn da entstünden nachvollziehbare Konflikte mit dem Gewerbe.

Die VKMB hingegen beabsichtigt, über eine Ergänzung des Art. 70a dem Bundesrat vorzuschreiben, bei den SAK die Verarbeitung auf dem Hof und die Direktvermarktung zu erfassen. Bedingung soll sein, dass hauptsächlich hofeigene Rohstoffe verarbeitet und vermarktet werden.

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