10.05.2014 06:50
Quelle: schweizerbauer.ch - sam/sal
SALS
SALS befürchtet: Bundesrat ist für Milchfreihandel
Sals-Schweiz erwarte gespannt die Veröffentlichung der Studie zur Öffnung der weissen Linie, die vom Parlament gefordert wurde, heisst es in einer Mitteilung zur Sals-Generalversammlung vom Freitag.

Sals sei gegen den Milchfreihandel mit der EU, weil dieser «verheerende Auswirkungen auf den Milchpreis und die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors» hätte. Leider sei höchstwahrscheinlich, dass der Bundesrat, der den Bericht am Mittwoch verabschieden werde, zu anderen Schlussfolgerungen gelange.

Verwaltung will öffnen

In ihrer Analyse stellt die Sals fest, dass das Dogma des Liberalismus die Gemüter des Bundesrats und der Bundesverwaltung weiterhin bewegt. Die Sals erwartet daher gespannt die Veröffentlichung der Studie zur Öffnung der weissen Linie, die vom Parlament in der Motion «Milchmarkt» gefordert wurde. Die Sals erinnert daran, dass sie gegen die Liberalisierung der weissen Linie ist, welche verheerende Auswirkungen auf den Milchpreis und schliesslich die Wettbewerbsfähigkeit dieses Sektors hätte. «Leider ist es höchstwahrscheinlich, dass der Bundesrat und das Bundesamt für Landwirtschaft zu anderen Schlussfolgerungen gelangten», heisst es in der Mitteilung.

Sorgen wegen EU–USA

Die SALS sei auch beunruhigt über die Entwicklungen bezüglich der transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen der Europäischen Union und den USA (TTIP) sowie eines möglichen Freihandelsabkommens zwischen der Schweiz und Brasilien, schreibt sie in einer Mitteilung.

Die Aussicht auf ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA verheisse nichts Gutes für den Schweizer Agrar- und Lebensmittelsektor. «Einerseits werden die Supermärkte unserer Nachbarländer mit amerikanischen Lebensmittelprodukten überflutet, was den Preisdruck verstärkt. Anderseits ist zu befürchten, dass die Schweizer Exportindustrie schnell den Zugang zum amerikanischen Markt fordert, dies zu ähnlichen Bedingungen, wie sie die EU ausgehandelt haben wird», heisst es.  Die Sals befürchte, dass die USA im Rahmen dieser Verhandlungen einen Marktzugang im Agrar- und Lebensmittelbereich forderten. Der Schweizer Agrar- und Lebensmittelsektor wäre gegenüber der amerikanischen Massenproduktion hilflos.

Auch Brasilien gefährlich

Besorgt äussert sich die Sals auch darüber, dass  Bundesrat Johann Schneider-Ammann den Abschluss eines Freihandelsabkommens mit Brasilien wünsche.  Brasilien habe grosses Interesse am Export von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Brasilien sei weltweit zum grössten Exporteur von Zucker und Geflügelfleisch aufgestiegen.

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