16.10.2013 07:47
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Organisationen
Sals: Hotellerie sägt am eigenen Ast
Es sei bestürzend, dass Tourismusfachleute auf Biegen und Brechen einen Agrarfreihandel fordern, um in den Genuss von ausländischen Tiefpreis-Lebensmitteln zu kommen, kritisiert die Schweizerische Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (Sals).

Gemäss einer Studie von der Hotellerie- und Gastronomiebranche, welche dieser Forderung zugrunde liegt, betragen die Ausgaben der Hotellerie für Lebensmittel 17.5%. Die Personalkosten beanspruchen jedoch 39% der Ausgaben. Das ist mehr als das Doppelte des Kostenanteils der Lebensmittelbeschaffung, schreibt die Sals in ihrem Communiqué. "Dass man jetzt den Agrar- und Lebensmittelsektor angreift, erweckt ganz den Anschein, als suche man einen Sündenbock, um die Probleme zu lösen", betont die Sals.

In der Studie wird angenommen, dass die sich Lebensmittelpreise bei den Grossisten wegen des Freihandels deutlich reduzieren. "Aufgrund der Dichte und der Komplexität der Verteilerkette in der Schweiz ist dies alles andere als sicher", mahnt die Sals. Das von der Hotellerie- und Gastronomiebranche im Parlament und in der Öffentlichkeit vorgetragene Argument, dass dank tieferen Lebensmittekosten die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Nachbarländern verbessern würde, steht auf wackligen Beinen. "Die von Hotelleriesuisse wiederholt genannte Studie zeigt, dass der Konsument aufgrund des Agrarfreihandels für ein Menü bestehend aus einem Salat, einem Entrecôte mit Pommes frites, einem Dessert, Getränk und Kaffee theoretisch zwischen 2.00 und 4.90 Franken sparen kann", hebt die Sals hervor.

Mit der Forderung nach einem Agrarfreihandel säge die Gastronomie- und Hotelleriebranche am eigenen Ast: Denn dieser würde die Bauernbetriebe existenziell bedrohen und ohne Bauern würde die Landschaft nicht mehr gepflegt, was wiederum schlecht sei für den Tourismus. Mehr als die Lebensmittelpreise fielen die Personalkosten ins Gewicht. Die Sals fordert die Gastronomie- und Hotelleriebranche auf, eine Qualitätsstrategie zu entwickeln, welche die lokalen und von Touristen begehrten Produkte mit einbeziehe.

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