2.10.2014 10:35
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Freihandel
Sals warnt vor Freihandel mit Brasilien
Von einem Freihandelsabkommen mit Brasilien würde die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft kaum profitieren. Die Risiken würden überwiegen, warnt die Schweizerische Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (Sals).

Zwar laufen zwischen der Schweiz und Brasilien derzeit keine Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen, erste Sondierungsgespräche haben laut der Schweizerischen Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (Sals) aber stattgefunden. Die freihandelskritische Organisation hat deshalb eine Studie über die Folgen für die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft in Auftrag gegeben. Die Resultate wurden am Donnerstag präsentiert.

Die Risiken würden dominieren, heisst es in einer Mitteilung. Brasilien sei ein Agrargigant, dessen Stärke der Export sei. Konzessionen für die Schweizer Landwirtschaft lägen bei den Verhandlungen kaum drin. Brasilien werde wohl auf einen maximalen Marktzugang pochen. Dadurch käme die Schweizer Landwirtschaft unter Druck, warnt Sals.

Innerhalb der Mercosur-Staaten ist Brasilien mit Abstand der wichtigste Handelspartner der Schweiz. 2013 beliefen sich die Schweizer Agrar- und Lebensmittelexporte in die Staaten des Mercosur auf 99 Millionen Franken. Demgegenüber beziffern sich die Importe auf 880 Millionen Franken. Die Handelsbilanz im Agrar- und Lebensmittelbereich fällt somit deutlich zu Ungunsten der Schweiz aus, schreibt die Sals.

In den letzten 20 Jahren hätten die Importe im Agrar- und Lebensmittelbereich aus Brasilien konstant zugenommen und sich inzwischen verdoppelt. Die Schweiz importiere vor allem ungerösteten Rohkaffee, Sojaschrot für die Tierernährung und Pouletfleisch. Exportprodukte der Schweiz seien gerösteter Kaffee, nicht-alkoholische Getränke (bsp. Red Bull) und Schokolade. Die Ausfuhren von Hartkäse seien unbedeutend, heisst es in der Mitteilung. Diese machen nur 0,55 Prozent der Exporte aus.

Die Analyse zeige, so Sals, dass die Schweizer Bauern und die erste Stufe der Verarbeitung nicht oder kaum von einem Freihandelsabkommen profitieren würden. Die Studie zeigt auch auf, dass die Produktionsmethoden in Brasilien alles andere als nachhaltig sind. Gemäss Sals werden im grossen Stil Pestizide und weitere agrochemische Erzeugnisse eingesetzt. Und das das Abholzen der Wälder setzt sich unvermindert fort.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE