25.10.2018 11:15
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Hornkuh
SBLV gegen Hornkuh-Initiative
Die Hornkuh-Initiative kommt am 25. November zur Abstimmung. Für den Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) ist das Unfallrisiko mit horntragendem Rindvieh für Mensch und Tiere höher zu werten, als eine «willkürlich interpretierte» Tierliebe. Der Verband lehnt die Initiative deshalb ab.

Für den Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) stellen horntragende Kühe ein erhebliches Risiko für Menschen und die Tiere dar. «Für den SBLV ist die Gesundheit der Bäuerinnen und Bauern, die Rindvieh betreuen, höher zu werten als eine willkürlich interpretierte Tierliebe», heisst es in einem Communiqué von Donnerstag. 

Es gebe keine Studie, die zeige, dass das Wohlergehen von Kühen und Ziegen ohne Hörner unverhältnismässig beeinträchtigt würde. Enthornte Tiere oder genetisch hornlose Rassen seien ruhiger, aber nicht auffälliger als hörnertragenden Tiere. «Jede Bauernfamilie, die Rindvieh hält, ist bereits heute völlig frei zu wählen, in welchem Haltungssystem sie ihre Kühe oder Ziegen halten möchte und kann ihren Mehraufwand beim entsprechenden Label (z.B. Demeter) verrechnen», hält der SBLV fest. Der Verband merkt zudem an, dass Kuhhornregeln nicht in die Bundesverfassung gehören. Aus diesen Gründen lehnt der SBLV die Initiative ab.

Die Hornkuh-Initiative kommt am 25. November an die Urne. Sie verlangt, dass Halterinnen und Halter von horntragenden Kühen, Zuchtstieren, Ziegen und Zuchtziegenböcken finanziell unterstützt werden.  

«Ohne Hörner sieht eine Kuh traurig aus», sagte Bergbauer und Hornkuh-Initiant Armin Capaul kürzlich vor den Medien in Bern. Für sie geht es letztlich um die Würde der Kreatur. Ihrer Meinung nach ist das Horn ein Sinnes- und Stoffwechselorgan. Es gehe nicht um ein Verbot der Enthornung durch Ausbrennen bei Jungtieren. Mit der Hornkuh-Initiative soll erreicht werden, dass weniger Tiere enthornt werden. 

Bei einer Zustimmung soll mit den Tierwohl-Beiträgen gearbeitet werden. Der Raus-Beitrag (Regemässiger Auslauf im Freien) soll demnach "verdoppelt" werden. Tragen die Kühe Hörner und erfüllt der Bauer das Raus-Programm, soll ein Betrag 380 Franken pro Jahr und Tier ausbezahlt werden (190 Franken Raus-Beitrag und 190 Franken Hörner-Beitrag). Bei den Ziegen soll der Betrag von 38 auf 76 Franken erhöht werden. Gemäss Bundesrat Johann Schneider-Ammann geht es je nach Umsetzung und Entwicklung in der Tierhaltung um 10 Millionen bis 30 Millionen Franken. Die Initianten sprechen von 15 Millionen.

Der Initiativtext

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 104 Abs. 3 Bst. b
3. Er (der Bund) richtet die Massnahmen so aus, dass die Landwirtschaft ihre multifunktionalen Aufgaben erfüllt. Er hat insbesondere folgende Befugnisse und Aufgaben:
b. Er fördert mit wirtschaftlich lohnenden Anreizen Produktionsformen, die besonders naturnah, umwelt- und tierfreundlich sind; (-> neu) dabei sorgt er insbesondere dafür, dass Halterinnen und Halter von Kühen, Zuchtstieren, Ziegen und Zuchtziegenböcken finanziell unterstützt werden, solange die ausgewachsenen Tiere Hörner tragen.

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