7.05.2019 19:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Trinkwasserinitiative
«SBV betreibt Angstmacherei»
Mit seiner Studie zu den negativen Folgen der Trinkwasserinitiative schüre der Bauernverband Ängste, statt an Lösungen zu arbeiten, kritisieren die Initianten. Der Initiativtext werde «viel zu rigid» ausgelegt.

Laut dem Verein Sauberes Wasser für alle geht die vom Schweizerischen Bauernverband (SBV) in Auftrag gegebene Untersuchung von falschen Annahmen aus. So seien von der Initiative zum Beispiel keine Pflanzenschutzmittel der Bio-Landwirtschaft betroffen. Sie sehe auch keinen Totalverzicht auf Futtermittelzukäufe vor.

«Der Spielraum, den das Parlament bei der Umsetzung der Trinkwasserinitiative hat, wurde von den Autoren bewusst ignoriert», heisst es in einer am Dienstag verschickten Mitteilung des Initiativkomitees. So verwundere es nicht, dass unter diesen Rahmenbedingungen die Mehrheit der befragten Bauern keine Chance für eine Anpassung ihres Betriebs an die Trinkwasserinitiative sähen.

Dagegen belege die Studie, dass Betriebe, die bei Annahme der Initiative aus dem Direktzahlungssystem aussteigen würden, ihre Produktion kaum weiter intensivieren könnten. «Der Behauptung des Bauernverbands, es komme durch die Initiative zu einer Intensivierung mit massiver Verschlechterung der Umweltbilanz, ist damit die Grundlage entzogen.

«Wir bedauern, dass der Bauernverband mit unrealistischen Annahmen Ängste vor der Initiative schürt anstatt sich einer sachlichen Diskussion zu stellen. Die bestens dokumentierten Risiken des übermässig hohen Pestizideinsatzes, von Nitrat im Grundwasser und zunehmenden Antibiotika-Resistenzen werden in der Studie nicht einmal erwähnt», heisst es weiter. Dies sei ein Affront gegenüber der Bevölkerung sowie Tausenden Bäuerinnen und Bauern in der Schweiz, die schon seit Jahrzehnten im Einklang mit den Forderungen der Initiantinnen und Initianten Lebensmittel produzierten.

«Wir können definitiv nicht mehr auf das im Schlusswort der Studie erwähnte selbstverantwortliche und proaktive Ausrichten der Landwirtschaft warten. Die unnachgiebige und kompromisslose Haltung des Bauernverbandes bestätigt uns die Wichtigkeit und Dringlichkeit unserer Initiative», lässt sich Initiantin Franziska Herren in der Mitteilung zitieren.

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