8.09.2020 16:30
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Initiative
SBV gehen Initiativen zu weit
Mit insgesamt über 213'000 beglaubigten Unterschriften haben Natur- und Umweltschutzverbände am Dienstag zwei nationale Volksinitiativen eingereicht. Für den Schweizer Bauernverband (SBV) sind die Initiativen im Sinne der Landwirtschaft, ihre Ausgestaltung geht aber im Hinblick auf deren Hauptaufgabe zu weit.

Der Trägerverein «Ja zu mehr Natur, Landschaft und Baukultur» mit den Organisationen Pro Natura, BirdLife Schweiz, Schweizer Heimatschutz und Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, hat am Dienstag die Doppelinitiative Biodiversität und Landschaft ein.

Hauptaufgabe bleibt Produktion

Der Schweizer Bauerverband (SBV) steht den Anliegen im Grundsatz positiv gegenüber. Die Biodiversität zu fördern habe für die Landwirtschaft eine grosse Bedeutung. Gemäss SBV sind im Schnitt 16 Prozent des Kulturlandes Biodiversitätsförderflächen. Gefordert wird ein Mindestanteil von 7 Prozent. Bevor aber die Flächen weiter ausgedehnt werden, fordert der SBV, das ökologische Potential der bestehenden Flächen optimal zu nutzen. Denn Hauptaufgabe der Landwirtschaft sei die Produktion von Lebensmitteln auf Fruchtfolgeflächen. 

Die Landschaftsinitiative «Gegen die Verbauung unserer Landschaft» will das Bauen ausserhalb der Bauzonen stoppen. Der bessere Schutz des Kulturlandes vor Überbauung ist auch für den Bauernverband ein zentrales Anliegen. Die Bauernbetriebe würden aber gezwungenermassen ausserhalb der Bauzone liegen. Damit sich Betriebe entwickeln können, brauche es zeitgemässe Gebäude mit genügend Platz für Tiere und effizientes Arbeiten. «Die Zahl und Fläche der Gebäude einzufrieren, wie dies die Initiative fordert, geht deshalb zu weit», hält der Verband fest.

Doppelinitiative Biodiversität und Landschaft 

Die Biodiversitätsinitiative will nach Angaben der Initiatoren den Schutz der Natur, der Landschaft und des baukulturellen Erbes der Schweiz als gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen stärken. Sie will erreichen, dass endlich die erforderlichen Flächen und Mittel für die Sicherung der gefährdeten Biodiversität, der Lebensräume und der Artenvielfalt zur Verfügung stehen. Für erhebliche Eingriffe in Schutzobjekte des Bundes sollen überwiegende Interessen von gesamtschweizerischer Bedeutung vorliegen müssen.

Die Landschaftsinitiative will laut den Initianten dem im Gesetz längst verankerten, aber in der Realität nicht respektierten Grundsatz der Trennung von Baugebiet und Nichtbaugebiet Nachdruck verleihen. Dem Bauen ausserhalb der Bauzonen sollen klare Grenzen gesetzt werden, indem die Zahl der Gebäude und die von ihnen in Anspruch genommene Fläche plafoniert werden.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE