26.10.2017 09:14
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Raumplanung
SBV ist gegen die Umnutzung
Es gibt immer mehr leer stehende Gebäude in der Landwirtschaftszone. Der Schweizer Bauernverband (SBV) kämpft seit letzter Woche gegen die Möglichkeit, Ställe in Wohnungen umzubauen.

Soll man Ökonomiegebäude in neue nicht landwirtschaftlich genutzte Wohnungen umnutzen dürfen? Diese Frage hat letzte Woche die Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbands (SBV) gespalten. Mit 37 zu 31 Stimmen bei 3 Enthaltungen folgte sie nach intensiver Diskussion dem Antrag des Vorstands und beschloss ein Nein.

Entscheid nicht leicht gefallen

Konkret plädiert der SBV auf Ablehnung der zwei Standesinitiativen aus den Kantonen Graubünden und Wallis. Diese zielen auf Maiensässe und Stadel, die am Zerfallen sind. Doch formuliert sind sie allgemein und auf Ökonomiebauten in der ganzen Schweiz bezogen. Die Standesinitiativen verlangen, dass «landwirtschaftlich nicht mehr benötigte Bauten unter Wahrung ihrer Identität und im Rahmen der bestehenden Erweiterungsmöglichkeiten massvoll zur Wohnnutzung umgenutzt werden können». Auch die Motion mit gleicher Stossrichtung aus der Raumplanungskommission des Ständerats lehnt der SBV ab. 

SBV-Präsident Markus Ritter sagt: «Der Entscheid ist uns nicht leicht gefallen. Er ist aber von einer grossen Verantwortung für die Zukunft unserer Bauernfamilien in einem immer urbaneren Land getragen.» Der SBV müsse sich primär für das landwirtschaftliche Wohnen einsetzen. Hier hätten die Bauern wichtige Anliegen wie den Grundsatz «für jeden Bauernbetrieb ein Wohnhaus beim Stall». Zudem stelle man immer mehr fest, dass sich nicht landwirtschaftliches Wohnen und die Landwirtschaft schlecht vertragen (Güllen, Glocken). 

Andere Nutzungsformen

Auch Hans Frei aus Watt ZH, Vizepräsident des SBV, engagierte sich in den Gremien für diesen Grundsatzentscheid. Er meint: «Wenn wir für die Landwirtschaft ausserhalb des Siedlungsgebiets Zonenkonformität in Anspruch nehmen, können wir nicht gleichzeitig fordern, dass zusätzliche nicht landwirtschaftliche Wohnungen dort gebaut werden sollen. Den Fünfer und das Weggli können wir nicht haben.»

Anders sieht es Daniel Lehmann aus Oberbottigen BE. Bei den Maiensässen ist auch er zurückhaltend. Aber es gebe viele vollständig erschlossene, leer stehende, erhaltenswerte Ökonomiegebäude, die auf eine sinnvolle Umnutzung warteten. «Die Landwirtschaft braucht andere Nutzungsformen, um diese Strukturkosten zu tragen», sagt er. Im Sinne von Kulturlandschutz und Ressourceneffizienz «ist es unsere Pflicht, diese Ökonomiegebäude zu nutzen», so Lehmann. 

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