Dienstag, 3. August 2021
26.09.2018 06:33
Palmöl

SBV: Keine Konzessionen für Palmöl

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter

Der Schweizer Bauernverband erwartet von Parlament und Bundesrat, dass sie die Vorbehalte gegenüber Palmöl ernst nehmen und keine Konzessionen eingehen.

Das Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien – und damit das umstrittene Palmöl – standen auf der ständerätlichen Traktandenliste. Trotz breiter Kritik an den schädlichen Anbau- und Geschäftspraktiken im Palmölbusiness versenkte der Ständerat am Dienstag die Motion Grin und die Genfer Standesinitiative. 

Die beiden Vorlagen wollten verhindern, dass mit Konzessionen in den Freihandelsgesprächen mit Malaysia und Indonesien das Palmöl noch billiger wird. Dies würde einerseits den Import des problematischen Öls anheizen, heisst es in einer Mitteilung des Schweizer Bauernverbands. Bereits heute führten die tiefen Preise dazu, dass in vielen Lebensmitteln Rapsöl und Butter durch Palmöl ersetzt würden. So werde zunehmend für Schweizer Milchschokolade die Milch entrahmt und stattdessen Palmöl beigemischt. Selbst Butter-Gipfeli verdienten ihren Namen oft nicht mehr – sie müssten vielerorts Palmöl-Gipfeli heissen, betont der Bauernverband in einem Communiqué. 

Der SBV fordert jetzt vom Nationalrat, dass er die Kommissionsmotion genau unter die Lupe nimmt und die Ständeräte, die heute den Kompromiss suchten, die Kantonsparlamente, die Palmöl-Koalition – in der auch der Schweizer Bauernverband (SBV) mitwirkt – und die 15‘000 Petitionsteilnehmende nicht vor den Kopf stösst. Es gehe nicht darum, Palmöl zu verbieten. Es dürfe aber nicht sein, dass der Bundesrat bei den Schweizer Bauern immer höhere Anforderungen an die Nachhaltigkeit stelle und gleichzeitig bei Palmölimporten die Umweltzerstörung ignoriere, betont der Bauernverband.

Mehr zum Thema
Agrarpolitik

Nur 39,3 respektive 39,4 Prozent der Stimmenden sagten Ja zu den Agrarinitiativen. - zvg Die beiden Agrarinitiativen haben die Stimmbevölkerung am 13. Juni sehr stark mobilisiert. Doch nicht nur die…

Agrarpolitik

Uniterre reagiert auf den Nationalratsentscheid, ab 2022 an einem Schleppschlauchobligatorium festzuhalten. - lid Die Bauernorganisation Uniterre fordert eine Studie zu den Konsequenzen eines Schleppschlauchobligatoriums. Bis zur Publikation der Resultate soll…

Agrarpolitik

Magdalena Martullo-Blocher leitet den Konzern Ems Chemie und sitzt für die SVP im Nationalrat. - Ems Chemie Der Schweiz droht laut SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher eine Stromlücke. Aus diesem Grunde müssten…

Agrarpolitik

Daniel Salzmann Die zweite Hornkuh-Initiative heisst neu «Für gentechfreie Viehzucht (Naturkuh-Initiative)». Deren Text ist von der Bundeskanzlei genehmigt worden. Unterschriften werden aber vorerst nicht gesammelt. Die Initiative betrifft Kühe und…

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE