4.03.2014 11:39
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Mindestlohn
SBV: Mindestlohn für Bauernfamilien unbezahlbar
Die Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbands hat für die Abstimmung der Mindestlohn-Initiative die Nein-Parole beschlossen. Die Wertschöpfung in der Landwirtschaft erlaubt keinen Stundenlohn von 22 Franken, lautet die Begründung der Kammer.

Am 18. Mai 2014 kommt es für den Wirtschaftsplatz Schweiz zu einer wichtigen Abstimmung. Die Stimmberechtigten werden über die Mindestlohn-Initiative zu entscheiden haben. Die Wirtschaft bekämpft das Ansinnen aus linken Kreisen. Und nun hat auch das Parlament des Schweizer Bauernverbandes – die Landwirtschaftskammer – ein Nein beschlossen.

Mit einer Annahme der Initiative könnte sich die Landwirtschaft keine Angestellten mehr leisten und müsste entsprechend umstrukturieren, teilt die Kammer am Dienstag in einem Communiqué mit. Arbeitsintensive Kulturen wie Gemüse, Obst, Beeren oder Reben drohten aus der Schweiz zu verschwinden. Auch grössere Tierbetriebe bekämen Probleme, heisst es weiter. Und: „Die landwirtschaftliche Produktion und damit der Selbstversorgungsgrad sänken weiter, während die Arbeitsbelastung für die Bauernfamilien stiege.“

Gemäss der Kammer verdient eine Familienarbeitskraft in der Landwirtschaft 3‘600 Franken. „Wenn die Bauernfamilie einem Angestellten 22 Franken pro Stunde bezahlen muss, würde dieser rund die Hälfte mehr verdienen, ohne ein unternehmerisches Risiko mitzutragen“, macht die Landwirtschaftskammer deutlich. Der Unterschied zum Ausland drohe "gigantisch" zu werden. In dem nördlich an die Schweiz grenzende Bundesland Baden-Württemberg verdiene ein Erntehelfer rund 8 Franken. Die Initiative ist aus der Sicht der Bauern unbezahlbar, bilanziert die Kammer.

Eine Annahme der Initiative bringe für die gesamte Schweizer Wirtschaft Nachteile, betont die Kammer. Mit einem höheren Lohnniveau sinke die Wettbewerbsfähigkeit. Zudem profitiere die Schweiz vom Arbeitsmarkt in Form einer tiefen Arbeitslosenquote.

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