13.11.2018 07:15
Quelle: schweizerbauer.ch - khe
Abstimmung
Schneider-Ammann bei den hornlosen Kühen
Bundesrat Johann Schneider-Ammann besuchte am Montag den Milchwirtschaftsbetrieb der Familie Gilgen in Oberwangen bei Bern. Dort sprach er sich gegen die Hornkuh-Initiative aus.

"Tierwohl ist mehr als Kühe mit Hörnern" - Mit diesen Worten lud der Bundesrat Johann Schneider-Ammannn zu seiner Kampagne gegen die Hornkuh-Initiative ein. Zu Besuch auf dem Betrieb von Stefan Gilgen-Studer erklärte der Landwirtschaftsminister, warum Hörner von Kühen und Ziegen nicht in die Bundesverfassung gehören. Und dass ein Hornbeitrag das Tierwohl nicht verbessere.

"Es ist nicht nur vermutet, sondern auch erwiesen, dass mit den Laufställen das Tierwohl erhöht wurde. Die Kühe können sich sogar drinnen bewegen. 24 Stunden lang haben sie diese Möglichkeit. Das war früher in den Anbindeställen anders. Wenn man sich aber bewegen kann, kommt man sich auch entgegen und somit in die Quere. Damit wird das Horn zu einem Risiko", so Schneider-Ammann. "Wenn man das Tierwohl fördern will und einen Laufstall einrichtet, muss man sich bewusst sein, dass die Gefahr des Hornes zu gross werden kann." Der Bundesrat ist überzeugt: "Das Enthornt-Sein ist eine Voraussetzung für das Freilauf-Dasein und damit fürs zusätzliche Tierwohl."

Geht nicht ums Geld

Stefan Gilgen-Studer hält auf seinem Betrieb 48 Kühe der Rasse Holstein und Red-Holstein. Sie sind allesamt enthornt. Rund 70 Prozent der Tiere sind genetisch hornlos. Die restlichen wurden als Kalb vom Tierarzt fachmännisch enthornt. Dem Landwirt ist das Tierwohl wichtig: "Ich halte die Kühe unter BTS (besonders tierfreundliches Stallhaltungssystem) und RAUS (regelmässiger Auslauf im Freien). Ich füttere sie gut. Ich schaue zu ihnen und habe eine Sprinkleranlage installiert, damit sie im Sommer etwas kühler haben."

Würde die Initiative angenommen, ändere sich für ihn nichts, meinte Gilgen-Studer. "Es geht hier nicht um das Geld, dass wir erlösen könnten, wenn wir Hörner hätten, sondern ums Tierwohl und um das allgemeine Empfinden des Betriebsleiters." Der Landwirt bedauert es, dass die Schweiz über ein solches Thema diskutiert. Die Abstimmungsvorlage bringe die Bauern gegeneinander auf. Und das sei nicht nötig. Es gebe wichtigere Themen, bei denen die Landwirte vereint zusammenstehen müssen. 

Freihandelsabkommen - gut unterwegs

Der Bauer scheute sich nicht, den Bundesrat zum Freihandelsabkommen mit Indonesien zu befragen. "Ich glaube, wir sind gut miteinander unterwegs", fasste Schneider-Ammann zusammen. "Die bundesrätliche Landwirtschaftspolitik, auch die kommende Agrarpolitik 22+, sucht die Marktorientierung, die Ressourceneffizienz und die unternehmerische Entfaltungsmöglichkeit eines Landwirten, der Unternehmer ist. Sie wird ihm helfen, die Rahmenbedingungen noch besser zu gestalten, damit der unternehmerische Erfolg noch besser erwirkt werden kann". 

 

 

 

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