21.05.2016 08:11
Quelle: schweizerbauer.ch - Robert Alder
Schaukäserei
Schon wieder Misstöne
Markus Aebi, der Präsident der Schaukäserei Affoltern wirft das Handtuch. Diesmal sind aber nicht betriebsinterne Gründe die Ursache.

Wir erinnern uns noch gut: Kühn wurden 2012 von dem damaligen Verwaltungsratspräsidenten der Emmentaler Schaukäserei, dem heutigen Direktor der Schweizer Milchproduzenten SMP, Kurt Nüesch, die Ideen, aus der Schauchäsi ein herausragendes  Vorzeigeobjekt zu machen,  vorgestellt. Als  Vorbild sollte die Schoggifabrik Cailler oder die Glasi Hergiswil von Macher Otto Steiner dienen. Daraus wurde bekanntlich nur ein letztes Jahr eröffneter neuer Kinderspielplatz.

Markus Aebi hat genug

2013 übernahm Markus Aebi, Landwirt und SVP-Grossrat, das Verwaltungsratspräsidium von Nüesch. Nun wurde bekannt, dass er auf die kommende Generalversammlung zurücktritt. Das kommt für viele überraschend. Darauf angesprochen, sagt Aebi: «Ich fühle mich nicht mehr in der Lage, die Aufgaben nach meinen Vorstellungen wahrzunehmen.»

Was war passiert? Die Schaukäserei hat schon seit geraumer Zeit einen Sanierungsbedarf. Schon seit längerer Zeit ist ein Wintergarten im Aussenbereich des Restaurants  geplant. Auch die Schnitzelheizung erfüllt die Anforderungen nicht mehr. «Noch letzte Woche habe ich mich im Verwaltungsrat für die detaillierten Sanierungsprojekte eingesetzt. Eine Voraussetzung zur wirtschaftlichen Gesundung des Betriebs und eines meiner persönlichen Ziele.» Die Hauptaktionäre, die Schweizer Milchproduzenten (SMP), Emmi und die Sortenorganisation Emmentaler Switzerland, hätten die Projekte aber abgelehnt und wollten nicht einmal mehr eine halbe Million Franken investieren.      Im Gegensatz zu den millionenschweren Ideen vor vier Jahren. Das brachte das Fass zum Überlaufen, und Aebi habe den Entschluss getroffen, seine Kraft nicht mehr zur Verfügung zu stellen, sagt er mit spürbarer Enttäuschung.

Asia-Markt anpeilen

Seit gut einem Jahr ist der 43-jährige Hotelfachmann Frank Jantschik Geschäftsführer der Emmentaler Schaukäserei und bringt neuen Schwung in den Betrieb.  Der Rücktritt von Markus Aebi sei leider eine Tatsache, gibt er knapp zu verstehen und will sich nicht weiter dazu äussern. Schon vor vier Jahren wurde eine intensive Ausrichtung auf den Markt China angekündigt, da europäische Gäste ausblieben.

In der Tat, was im gesamtschweizerischen Tourismus zu beobachten ist, gilt auch für die Emmentaler Schaukäserei: Während der Anteil der 300000 Gäste an Schweizer Besuchern noch relativ stabil bei 80 Prozent verharrt, müssen die rückläufigen Zahlen von Gästen aus Europa mit den asiatischen Märkten kompensiert werden. Die Audioguides durch die Schaukäserei wurden mit den Sprachen Koreanisch, Japanisch und Chinesisch ergänzt.

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