Sonntag, 14. August 2022
14.10.2019 10:31
Milchmarkt

Schweizer Babynahrung bald nach China

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter

Ab November sollte den Schweizer Firmen Hochdorf und Nestlé endlich der chinesische Markt für Babynahrung offenstehen.

Für Milchproduzent und Nationalrat Andreas Aebi (SVP, BE, im Bild) ist der Industriemilchbereich das grösste Problem der Landwirtschaft. Die Molkerei Hochdorf etwa zahlt den Bauern schlechte Milchpreise und ist trotzdem in einer finanziellen Krise.

Zweistufiges Auditverfahren

Der Export nach China ist derzeit für Hochdorf nicht möglich. An einem Milchpulvergipfel im Bundeshaus stellte Aebi im Juni fest: «Es kann nicht sein, dass sich ein Vertreter von Milchverarbeiter Hochdorf und ein chinesischer Funktionär während Monaten um die Zulassung von Babynahrung auf dem chinesischen Markt streiten.» Er habe deshalb bei Bundesrat Guy Parmelin und Staatssekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch interveniert.

Und wie ist der Stand der Dinge? Der «Schweizer Bauer» hat nachgefragt. Die Mediensprecherin des Wirtschaftsdepartements antwortete: «Das von Ihnen angesprochene Problem steht offenbar kurz vor der Lösung.» Für das Inverkehrbringen von Säuglingsnahrung in China müssten exportinteressierte Betriebe nämlich ein zweistufiges Auditverfahren durchlaufen, in dem die Einhaltung der technischen Vorgaben überprüft werde. «Die Betriebe Hochdorf (Sulgen TG) und Nestlé (Konolfingen BE) schlossen das erste Auditverfahren Ende 2018 erfolgreich ab. Das zweite Verfahren ist für Anfang November 2019 geplant. Während der Inspektion wird eine chinesische Delegation die beiden Betriebe auditieren», so das WBF.

Enorme Möglichkeiten

Die Schweiz sei eines von nur drei Ländern, welches 2019 von der zuständigen chinesischen Behörde auditiert werde. Die Zusage für die Inspektion sei anlässlich des Besuches von Bundespräsident Maurer in Beijing Ende April 2019 erfolgt, währenddem sich Staatssekretarin Ineichen-Fleisch (SECO) für offizielle Gespräche mit der zuständigen chinesischen Behörde getroffen habe.

Aebi sagt zu diesen Neuigkeiten: «Ich bin sehr zufrieden damit, dass sich ein Durchbruch abzeichnet. Ich erwarte, dass die Inspektionen im November erfolgreich verlaufen.» Der chinesische Markt biete für Milchprodukte aus der Schweiz enorme Möglichkeiten. «Marktkenner berichten, dass der Produktepreis und damit auch der Milchpreis in gewissen Marktsegmenten keine Rolle spiele. Wenn das Schweizer Milchpulver richtig verkauft werde, könne sich so auch der Preis für Schweizer Molkereimilch langfristig verbessern. Für die Milchbauern bedeutet das einen Silberstreifen am Horizont.» 

Mehr zum Thema
Agrarpolitik

Die Wirtschaftsverbände setzten sich für ein Nein bei der Massentierhaltungsinitiative ein. - SBV Vier Schweizer Wirtschaftsdachverbände treten gemeinsam für ein Ja zur Abschaffung der Verrechnungssteuer sowie für ein Ja zur…

Agrarpolitik

Die Initianten wollen, dass jede Haltung von Tieren, die nicht mindestens den Richtlinien von Bio Suisse entspricht, verboten wird. - Daniel Salzmann Zustimmung für die beiden AHV-Vorlagen und die Massentierhaltungsinitiative,…

Agrarpolitik

Die «Razoni» – beladen mit 26 000 Tonnen Mais – hatte den ukrainischen Schwarzmeer-Hafen Odessa am Montag verlassen – als erstes Schiff im Rahmen entsprechender Abkommen. - Pixabay Das mit…

Agrarpolitik

Die Grünen wollen die Förderung der Athletinnen und Athleten von der Armee abkoppeln und beim Bundesamt für Sport angliedern. - Andy Mettler Bundesrätin Viola Amherd hat anlässlich des Nordwestschweizer Schwingfestes…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE