17.11.2014 14:17
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Pro Natura
«Schweizer Landwirtschaft produziert ein Umweltproblem»
Pro Natura kritisiert den Agrarbericht des Bundesamtes für Landwirtschaft BLW. Die Umweltorganisation will weniger Produktion und mehr Umweltschutz.

«Weg von der zu intensiven Produktion, hin zu einer Landwirtschaft mit gesunder und naturverträglicher Produktion», schreibt Pro Natura in einer Mitteilung. Ein Schritt in diese Richtung wären weniger Schweine, weniger Gülle, weniger Kraftfutter, weniger Pestizide. «Dafür mehr gesunde Nahrungsmittel, saubere Bäche und Flüsse und unverseuchte Böden», heisst es weiter.

Jedes Jahr würden rund 6‘000 Tonnen zu viel Phosphor von der Schweizer Landwirtschaft in die Umwelt gestreut. Das sei eine der erschütternden Erkenntnisse des am Montag veröffentlichten Agrarberichts 2014 des BLW. «Phosphor-Überschüsse belasten
die Böden mit giftigem Cadmium und entziehen den Gewässern lebensnotwendigen Sauerstoff», wird kritisiert. Die intensive Schweizer Landwirtschaft gefährde die Böden, Bäche und Seen. Insgesamt würden 10’000 Tonnen des Nährstoffs auf Böden ausgebracht. Das seien 6'000 Tonnen mehr als nötig.

Auch der Pflanzenschutz wird von Pro Natura kritisiert: «Pestizide sind ein weiteres Übel in der Schweizer Landwirtschaft. Die eawag, das Wasserforschungsinstitut der ETH, hat im Frühjahr 2014 herausgefunden, dass in über 70% der Schweizer Bäche und Flüsse Rückstände von landwirtschaftlichen Pflanzengiften schwimmen.» ImAgrarbericht 2014 sei nun nachzulesen, dass der Pestizid-Einsatz der Schweizer Landwirtschaft auch imletzten Jahr über 2‘000 Tonnen betragen habe. Der Pestizid-Verbrauch der Schweizer Landwirtschaft stagniere auf anhaltend hohem Niveau.

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