2.05.2014 11:04
Quelle: schweizerbauer.ch - Adi Lippuner
St. Gallen
SG: 10'000 Güllegruben im Fokus
Gemäss Gewässerschutzgesetz haben die kantonalen Behörden die Lagereinrichtungen für Hofdünger periodisch zu kontrollieren. Im Kanton St. Gallen sollen die rund 10'000 Güllekästen in Etappen kontrolliert werden.

An der Versammlung der Genossenschaft für ländliches Bauen Neckertal-Toggenburg referierte Andreas Widmer, Geschäftsführer des St.Galler Bauernverbands, über die bevorstehenden Kontrollen der Hofdüngeranlagen. Für Andreas Widmer ist dabei wichtig, dass der Gesetzesauftrag erfüllt wird, das Ganze aber auch ohne allzu grosse Kosten für den einzelnen Landwirt durchgeführt werden kann

Drei Prioritätsstufen

Kontrolliert werde, ob die vorgeschriebene Lagerkapazität vorhanden sei, die Lagereinrichtung, einschliesslich Leitungen dicht sei, die Einrichtungen funktionstüchtig seien und sie ordnungsgemäss betrieben werden. Bisher seien bei Überflurbehältern hie und da Schäden festgestellt worden, so Andreas Widmer.

Deshalb sei die vorgesehene Kontrolle der insgesamt 10'000 Güllekästen in drei Prioritätsstufen eingeteilt worden. Erste Priorität haben die 317 Überflursilos, als zweite Priorität gelten die 330 Lager ohne Leckerkennung in Grundwasserschutzzonen, und dritte Priorität haben 1829 Lager, welche vor 1980 erstellt wurden. Nicht explizit erwähnt, aber auf Nachfrage erklärt wurde, dass Lager, welche nach 1980 gebaut wurden, in die vierte Prioritätsstufe eingereiht sind.

Maschinenringe gefragt

In den Jahren 2014 bis 2016 sollten alle Kästen der Prioritätsstufen eins und zwei und ab 2017 alle geschlossenen Lager kontrolliert werden. Vorgesehen ist, dass der Maschinenring Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein, aber auch der Maschinenring Etzel und Linth sowie der Maschinenring Thurgau die Kontrollen durchführen werden.

Interesse angemeldet habe auch der Verband für Landtechnik. «Die Organisationen müssen sich beim Amt für Umweltschutz (AfU) bewerben und erhalten von dort die Anerkennung. Sie haben sich an die Kontrollvorgaben und das Handbuch zu halten,» so Andreas Widmer.

«Im Dreck stehen»

Wer diese Arbeit ausführe, müsse sich gewöhnt sein, «im Dreck zu stehen», so der Referent. Vereinbart sei, dass die Gruben so geleert werden müssen, dass sie mit normalen Gummistiefeln betreten werden können. «Bei der Leerung ist in Betracht zu ziehen, dass es im Laufe der Zeit Ablagerungen gibt und deshalb die Lagerkapazität nicht mehr gleich gross ist wie zu Beginn. So gesehen, kann die Kontrolle auch als Ansporn gesehen werden, die Grube professionell zu reinigen», sagte Andreas Widmer.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE