2.05.2018 11:06
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Agrarpaket
SMP: 5 Rappen für Verkehrsmilch
Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) haben ihre Stellungnahme zum Agrarpaket 2018 eingereicht. Die Organisation legt den Fokus auf die Perspektiven der jüngeren Generation. Dazu müssen aus der Sicht der SMP die Nachteile für Nutztierhalter in der Agrarpolitik 14-17 ausgemerzt werden.

Die Dachorganisation der Schweizer Milchbauern strebt bessere Perspektiven für seine Mitglieder an. Dazu müssen auf Verordnungsstufe neue Anreize geschaffen werden, so die SMP. So schlägt der Bundesrat im Agrarpaket 4 Rappen Milchzulage je Kilo vor. Dieser Vorschlag wird auch vom Vorstand des Schweizer Bauernverbandes mitgetragen. Die SMP monieren hingegen, dass bei 4 Rappen der vom Parlament beschlossene Kredit nicht ausgeschöpft werde und so der Milchbranche gegenüber heute 11 Millionen Franken Bundesgelder entzogen würden.

Mehrarbeit bei den Tierhaltungsprogrammen RAUS (regelmässiger Auslauf ins Freie) und BTS (besonders tierfreundliches Stallhaltungssystem) soll entsprechend dem Mehraufwand abgegolten und einheimisches Grundfutter beim Programm GMF (graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion) gefördert werden, fordern die SMP

Die SMP fordern «substanzielle» Verbesserungen im Agrarpaket 2018:

  • Die Beitragsansätze für die Programme BTS- und RAUS für Milchkühe sollen erhöhen werden. Der vorgeschlagene Zusatzbeitrag für Weide soll auch für die Milchkühe ausgerichtet werden. Für Milchkühe ist der Aufwand höher als für andere Tiere, weil sie für das Melken Ein- und Ausgetrieben werden müssen, begründen die SMP ihren Antrag.

  • Auch der Beitragsansatz für GMF soll erhöht werden. «Die Mängel des Programms sind zu beheben. Für die SMP ist ein zentrales Anliegen, die einheimische Futtergrundlage zu stärken», heisst es im Communiqué. Dies deshalb, weil die Beschränkung auf Schweizer Futter breit mitgetragen wird. Eine Begrenzung nur auf betriebliches Futter lehnen die SMP ab. Regionale Zusammenarbeit soll weiter möglich sein. «Die Ausrichtung hin zu einem Raufutterprogramm basierend auf den standörtlichen Ressourcen hat zu erfolgen», halten die SMP fest.

  • Die SMP tragen die Umlagerung der aktuellen Exportbeiträge im Rahmen des Schoggigesetzes mit. Für die Milchbranche sei das ein wichtiges Zusatzinstrument. Die SMP fordern aber bei der neuen Zulage für Verkehrsmilch einen Ansatz von 5 Rappen je kg Milch. «Es darf nicht sein, dass den Milchproduzenten ihnen zustehende Mittel entzogen werden», so die Begründung für diesen Antrag.

  • Keine Freude haben die SMP am Vorschlag, in Zukunft die Gesuche um Veredelungsverkehr durch den Zoll bewilligen zu lassen. Die Branche würde nur noch informiert. Dies entspreche nicht den gesetzlichen Vorgaben. Der Grenzschutz werde durch diese Verordnungsänderung ausgehebelt und untergraben. Inländische Milch müsse weiterhin Vorrang hat, fordern die SMP.

  • Die SMP will die Eigenverantwortung bei den Kontrollen auf den Betrieben fördern. «Der angekündigte Abbau des administrativen Aufwandes bei den Landwirten ist in Realität marginal umgesetzt», kritisiert die Organisation. Er werde mit neuen zusätzlichen Ressourcenprogrammen noch erhöht. Mit dem Projekt «administrative Vereinfachung» sollte vermehrt die gute landwirtschaftliche Praxis statt detaillierte Regelungen als Grundsatz gelten. «Das bedeutet, dass jetzt bei den Kontrollen den Landwirten mehr Vertrauen entgegengebracht und mehr Eigenverantwortung übertragen werden muss», halten die SMP fest.
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