27.06.2018 15:45
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Freihandel
SMP: Rote Linie für Mercosur
Die Schweiz möchte mit den Mercosur-Staaten ein Freihandelsabkommen abschliessen. Die Schweizer Landwirtschaft wäre von einem solchen Abkommen direkt betroffen. Die Schweizer Milchproduzenten sehen Chancen. Doch das Ergebnis müsse zu 100 Prozent stimmen, schreiben sie in einer Mitteilung.

Der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten (SMP) hat sich an der Vorstandssitzung über den Stand der Verhandlungen informieren lassen. Wie bereits seit geraumer Zeit bekannt, sehen die SMP bei einem allfälligen Abkommen Chancen für die Milchwirtschaft.

Im Gegensatz zum Freihandelsabkommen mit China hätten die Mercosur-Staaten ein grosses Interesse an Agrarexporten - allenfalls auch in die Schweiz, heisst es in einer Mitteilung von Mittwoch. Die «Milch» sei in diesem Kontext trotz gewissen offensiven Interessen eventuell ein «sensibles Produkt», halten die SMP fest.

Ein mögliches Abkommen verknüpfen die SMP mit roten Linien, die in den Verhandlungen nicht überschritten werden dürfen:
• Keine Konzessionen über bestehende Kontingente hinaus und keine neuen bilateralen Kontingente.
• Keine Konzessionen, welche über bestehende Verträge zwischen der Schweiz und der EU hinausgehen. In diesem Kontext ist auch die «Milch» ein sensibles Produkt.
• Beim roten (Rind-) Fleisch sind die Proportionen zu den EU-Verhandlungen zu wahren. Weisses Fleisch ist hingegen ein «rotes Tuch» für diese Verhandlungen.

Die Landwirtschaft dürfe nicht einseitig zum Zahlmittel für andere Branchen wie die Pharma-, Chemie- und Maschinenindustrie werden. Wie die Schweiz verhandelt auch die EU mit den Mercosur-Staaten über ein Abkommen. «Alles, was die EU für den Agrarbereich aushandelt, hat deshalb Signalwirkung für die Schweiz», halten die SMP fest. Wenn das Verhandlungsergebnis nicht zu 100 Prozent für alle Beteiligten stimme, gibt auch Sicht der Milchproduzenten keine Eile für einen Verhandlungsabschluss. «Abgerechnet und bilanziert wird am Schluss», heisst es in der Mitteilung.

Sollte es zu einem Abschluss kommen, gilt aus Sicht der SMP die Interessen der Landwirtschaft zu wahren. Das heisst konkret:

• Es muss gewährleistet sein, dass Herkunfts- (AOP/IGP und garantiert traditionelle Spezialitäten GTS) und Produktionsbezeichnungen (Bio) in den Mercosur-Staaten rechtlich anerkannt werden.
• Für Schweizer Käse gibt es Exportinteressen (Marktzugang ermöglichen).
• Der Markenschutz inkl. Swissness muss in diesen Staaten konsequent umgesetzt werden.
• Bei Importen in die Schweiz aus diesen Staaten muss die Einhaltung von Schweizer Produktionsstandards sichergestellt sein.

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