23.06.2017 10:33
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
SMP: «Verkäsungszulage sichern»
Der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten (SMP) liess sich vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) über den «Perspektiven für den Milchmarkt» sowie die Eckpunkte der Agrarpolitik 2022 informieren. Das Fazit: Die SMP wollen sich gegen weitere Grenzöffnungen zur Wehr setzen und die Verkäsungszulage sichern.

Der Bundesrat hat im Juni darüber diskutiert, wie die Schweizer Landwirtschaftspolitik nach dem Jahr 2021 aussehen könnte. Die Ziele sind noch nicht konkret. Die Landesregierung liess aber verlauten, dass eine Öffnung des Agrarmarktes eine Option sei.

Keine Marktöffnung

Damit strebt der Bundesrat den Abschluss von Freihandelsabkommen an, die das Wachstum der Schweizer Exportbranchen sichern sollen. Bei einer allfälligen Öffnung des Agrarmarktes sollen Begleitmassnahmen geprüft werden. Die SMP will sich hier entschieden zur Wehr setzen. «Für die Landwirtschaft wird dies in Zukunft zum zentralen Verhandlungspunkt werden», schreiben die SMP.

Einverstanden sind die Milchproduzenten mit der Differenzierung gegenüber dem Ausland. Die Dachorganisation will die Mehrwertstrategie Milch zusammen mit der Branchenorganisation Milch (BOM) vorantreiben.

Zweistufiges RAUS

Nicht einverstanden ist die SMP mit der künftigen Gestaltung der Tierwohlprogramme RAUS und BTS. Der Bund will diese nicht weiterentwickeln, kritisiert die Dachorganisation. Die Schweizer Milchproduzenten fordern gemeinsam mit dem Schweizer Bauernverband höhere Tierwohl-Beiträge für Milchkühe.

Im Fokus der Diskussion stand ein zweistufiges Raus-Programm. Laktierende Kühe seien aufwendiger in der Weidehaltung als beispielsweise Mutterkühe, so das Argument. Konkret angedacht war, dass in einem separaten Raus-Programm zwischen einem Beitrag für den Auslauf ins Freie und einer Weidehaltung (2 Are pro Kuh) unterschieden wird. Darum müsse das RAUS-Programm durchgehend als RAUS-Basis- und für jene Betriebe mit ausreichender Weidemöglichkeit als RAUS-Weide-Programm angeboten werden.

Verkäsungszulage gefährdet

Davon wollte das BLW nichts wissen. Das Amt nahm den Vorschlag nicht in das Verordnungspaket auf. Für den SMP unverständlich. Einerseits wolle man Mehrwerte fördern und andererseits bestünde die Gefahr, dass mit einer Verschärfung der Teilnahmebedingungen vielen Milchkühen der Zugang zur Weide verwehrt bliebe, halten die SMP fest. «Weil die Schweizer Milchproduzenten ihren Teil zu der Differenzierung beitragen, ist es nichts als normal, dass auch die Mehrerlöse gerecht verteilt werden. Der Bund muss hier Farbe bekennen», so die Forderung.

Die Verkäsungszulage will die SMP unter allen Umständen halten. Die bestehende Praxis zur Gewährung der Verkäsungszulage müsse aber überdacht. Bestehende Fehlanreize gelte zu beseitigen. Man habe die Zulage vermehr zur Regulierverwertung eingesetzt. Die SMP nennen das Stichwort «Magerkäse». Die sei zwar legal, es entspräche aber nicht der Grundidee. Das Instrument werde unglaubwürdig und sei schädlich für den Markt. Schlussendlich sei gar die Zulage gefährdet. Die 2014 eingeführte Eintrittsschwelle soll deshalb erhöht werden.  

«Milchpreise müssen steigen»

Die SMP fordert die Verarbeiter und Händler auf, die Milchpreise nun anzuheben. «Wenn dies nicht über die Anhebung des A-Richtpreises geht, so bestehen andere Möglichkeiten, welche nun ausgenutzt werden müssen», heisst es im Communiqué von Freitag. Ungerechtfertigten Abzüge zum Ausgleich von Marktungleichgewichten seien nicht mehr nötig. Auch der Fettmarkt präsentiere sich gesund, Fettregulierungsabzüge seien nicht mehr nötig.

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