15.03.2017 17:23
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
SMP: Zugang zu Programmen erleichtern
Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) fordert die Tierwohl- und Produktionssystemprogramme RAUS und GMF besser auf die Mehrwerte der hiesigen Milch auszurichten. In seiner Stellungnahme zum Agrarpaket 2017 verlangen die SMP den Finanzierungsgrad bei der Absatzförderung zu belassen. Der Vorstand schlägt zudem eine Beitragssenkung vor.

Am Dienstag tagte der Vorstand der SMP. Bei dieser Sitzung wurde auch das Agrarpaket 2017 behandelt. Zudem wurde die aktuelle Lage am Milchmarkt besprochen.

Markt- an Richtpreise heranführen

Der Richtpreis für Molkereimilch im A-Segment wurde für das 2. Quartal 2017 nicht angehoben. Die Produzenten sind mit ihrer Forderung für eine Erhöhung bei den Verarbeitern und dem Handel nicht durchgedrungen, obwohl Coop im Vorfeld der Richtpreisfestsetzung von höheren Preisen ausging.

«Die Einschränkungen bei den Käsesorten werden kleiner, die Milcheinlieferungen in der Schweiz fallen tiefer aus und die EU-Produzentenpreise liegen wieder klar über 30 Eurocents», hält der Dachverband der Schweizer Milchproduzenten am Mittwoch in einem Communiqué fest. Unter diesem Aspekt müsse nun alles Mögliche unternommen werden, dass die ausbezahlten Preise an die Richtpreise herangeführt werden, schreibt der Verband weiter.

Zugang zu Programmen erleichtern

Auch besprochen im Vorstand wurde das Agrarpaket 2017. Mit Unverständnis reagieren die SMP auf die Vernehmlassung der Verwaltung. Die Gesellschaft wünsche umweltgerechte Produktion, Tierwohl, Natürlichkeit und Regionalität. Dazu müssten die Prgramme präziser auf die Mehrwerte ausgerichter werden, so die SMP. Damit soll eine aufwandgerechte Abgeltung ermöglicht werden. Das RAUS-Programm «regelmässigen Auslauf im Freien» dürfe nicht in eine «Fütterungsvorschrift» umgebaut werden. Es brauche ein zweistufiges Programm. Die SMP wollen in RAUS-Basis und ein RAUS-Weide unterscheiden.

Um möglichst vielen Schweizer Milchkühen den Weidegang zu ermöglichen, müsse der Beitrag pro Tier erhöht werden. Beim Produktionssystem GMF (Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion) soll künftig betriebseigener Ganzpflanzenmais sowie Futterrüben in den Raufutteranteil eingerechnet werden können. «So könnte das Agrarpaket 2017 einen Beitrag zu einer Verbesserung der Situation der Milchproduzenten leisten», folgern die Milchproduzenten.

Absatzförderung: Finanzierungschlüssel nicht ändern

Sorgen machen sich die SMP auch bei der Absatzförderung. Bisher hat der Bund der Massnahmen mit 50 Prozent Co-finanziert. Ein höherer Eigenfinanzierungsgrad würde die Werbemöglichkeiten von Swissmilk einschränken.

Der Bund will vermehrt innovative Kommunikationskonzepte fördern. Diese Stossrichtung sei prüfenswert. Zudem steht der Verband hinter einer «professionellen Beurteilung» der Gesuche. Die SMP würden aber Planungssicherheit benötigen, heisst es weiter. Deshalb sei müsse Co-Finanzierungsgrad bei 50 Prozent belassen werden.

Der SMP-Vorstand hat die Anträge für die ordentliche Delegiertenversammlung vom 19. April 2017 behandelt. Er beantragt den Beitrag für die Interessenvertretung ab 1. Mail 2017 um gut 10% zu senken. Die Beiträge für die saisonale Marktstabilisierung (Lactofama) von 0.35 Rappen je Kilogramm werden seit dem 1. Januar 2017 nicht mehr erhoben.

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