12.12.2017 12:50
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Geld
Ständerat sorgt sich um Bargeld
Der Kanton Zug will das Bargeld erhalten. Mit einer Standesinitiative verlangt er, die heute ausgegebenen Banknoten im Wert von 10, 20, 50, 100, 200, 1000 Franken im Gesetz zu verankern. Der Ständerat zeigt Verständnis für das Anliegen.

Die Initiative lehnte er zwar mit 24 zu 17 Stimmen ab. Eine Mehrheit hielt den Fokus auf die Stückelung für allzu eng.

Bargeld fast etwas Kriminelles

Die ständerätliche Wirtschaftskommission (WAK) will Anfang des nächsten Jahres aber mit dem Nationalbank-Präsidenten über Bedeutung und Entwicklung des Bargelds diskutieren, wie Sprecher Martin Schmid (FDP/GR) sagte. Danach will die WAK entscheiden, ob gesetzgeberische Schritte zum Schutz des Bargelds nötig sind.

Dem Kanton Zug geht es um mehr, wie aus der Begründung der Standesinitiative hervorgeht. Bargeld gelte zuweilen schon fast als etwas Kriminelles, heisst es. Indem die Kompetenz für die Stückelung vom Nationalbank-Direktorium auf den Gesetzgeber übertragen würde, soll die Schwächung oder die Abschaffung des Bargelds erschwert werden.

Plädoyers für Bargeld

Verschiedene Redner, welche die Standesinitiative unterstützten, erinnerten daran, dass im Euroraum 28 Prozent des Bargeldes in 500-Euro-Noten und in der Schweiz 62 Prozent des Bargeldes in 1000-Franken-Noten angelegt sind. Die 500-Euro-Note wird abgeschafft, weil sie nach Ansicht der Europäischen Zentralbank zunehmend von Kriminellen genutzt wird. Aus dem gleichen Grund ist die 1000-Franken-Note unter Druck. An dieser hält die Nationalbank jedoch vorläufig fest.

«Zu oft sieht man hinter einem Bargeldhalter einen Betrüger», sagte Thomas Minder (parteilos/SH). Ausgeblendet werde dabei, dass weltweit im Milliardenbereich mit Kreditkarten betrogen werde. Für Thomas Hegglin (CVP/ZG) ist Bargeld ein «Ausdruck von Freiheit», wie er sagte. «Bargeld braucht keine Drittvermittlung, Bargeld schützt vor Enteignung.» Darum müsse dieses vor Angriffen aus dem Ausland geschützt werden, ergänzte Hannes Germann (SVP/SH).

Als nächstes berät der Nationalrat über den Vorstoss. Sagt dieser Nein, ist die kantonale Initiative vom Tisch. Nimmt er diese an, ist wieder der Ständerat am Zug.

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