14.06.2013 07:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Ständerat will Privilegien für Stromleitungen im Boden
Der Ständerat will die Verlegung von Stromleitungen in der Erde erleichtern. Die Mehrkosten für solche Projekte sollen auf die Stromkunden abgewälzt werden können. Der Ständerat nahm am Donnerstag eine entsprechende Motion einstimmig an.

Der Walliser Ständerat Jean-René Fournier (CVP) forderte in seinem Vorstoss, dass Projekte für im Boden versenkte Stromleitungen bei der Planung beschleunigt behandelt werden sollen. Die Mehrkosten soll der Netzbetreiber bei den Übertragungstarifen zuschlagen, wobei stromintensive Betriebe Verbilligungen erhalten sollen. 

Beim Ausbau des Stromnetzes sollte den Bedürfnissen der Bevölkerung besser Rechnung getragen werden, sagte Fournier. Er warnte, dass das Land, auf dem Strommasten zu stehen kommen, an Wert verliere. Die Mehrkosten für Erdleitungen solle aber nicht allein die betroffene Region tragen müssen. 

Bundesrat gegen Privilegierung 

Energieministerin Doris Leuthard wehrte sich gegen den Vorstoss. Zwar gehe der Bundesrat damit einig, dass Verfahren für den Ausbau des Stromnetzes beschleunigt werden müssten. Daran werde auch gearbeitet. Es soll aber für alle Technologien Erleichterungen geben, und nicht nur für die unterirdischen Anlagen. Das sei eine ungerechtfertigte Privilegierung. 

Bezüglich der Kostenabwälzung hält sie die Forderung für zu undifferenziert. Auch wenn die Bevölkerung gegen die Expertenmeinung eine Erdverlegung durchsetze, müsste die Allgemeinheit dafür die Kosten übernehmen. «Eine generelle Verteilung auf die ganze Schweiz ist problematisch.» 

Kein Zwang für Erdverlegung 

Nichts wissen wollte die kleine Kammer von einer Standesinitiative des Kantons Wallis, der Erdverlegungen noch weiter bevorteilen wollte. Wenn immer technisch möglich, sollten Stromleitungen in dicht besiedeltem Gebiet oder schützenswerten Landschaften unter die Erde. 

Im Wallis regt sich starker Widerstand gegen die geplante Hochspannungsleitung zwischen Chamoson und Chippis. Nach einem Entscheid des Bundesgerichts von vergangener Woche ist der Weg nun aber frei für oberirdische Freileitungen. Gegen die Bodenvariante sprechen aus Sicht der höchsten Richter technische Überlegungen und Kostengründe. 

Zu beiden Geschäften äussert sich als nächstes der Nationalrat.

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