25.05.2017 11:59
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Gegenentwurf
Stallbau statt Hörner subventionieren
Die vorberatende Kommission lässt sich über einen Gegenentwurf zur Hornkuh-Initiative beraten. Der Bauernverband hat konkrete Vorstellungen, wie dieser aussehen könnte.

Die Volksinitiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere (Hornkuh-Initiative)» verlangt, die Bundesverfassung so zu ergänzen, dass die Haltung von Kühen und Ziegen mit Hörnern finanziell unterstützt wird. Momentan ist das Geschäft in der Kommission für Wirtschaft und Abgaben  des Ständerats (WAK-S) hängig. Die WAK-S hat nach einer Anhörung des Initiativkomitees und des Schweizer Bauernverbands (SBV) bei der Verwaltung einen Bericht in Auftrag gegeben, der Möglichkeiten für einen Gegenentwurf aufzeigen könnte. Die WAK-S wird das Geschäft voraussichtlich am 26./27. Juni weiterbehandeln.

Nun liegt dem «Schweizer Bauer»  das Positionspapier des SBV vor, das aufzeigt, in welche Richtung ein Gegenentwurf gehen könnten. Ein «Hörnerfranken» für horntragende Tiere wird darin zwar abgelehnt, das Anliegen, die zusätzlichen Aufwendungen für die Haltung behornter Kühe abzugelten, aber als berechtigt angesehen. Der SBV will aber eher beim Stallbau ansetzen.

Denn die Haltung von behornten Kühen braucht mehr Platz. Tierhalter, die ihren Stall und Laufhof für behornte Tiere bauen oder sanieren wollen, sollen deshalb einen Zuschlag auf Investitionshilfen erhalten. Konkret spricht der SBV von  ungefähr 15% auf die erwähnten Förderinstrumente. Das ergebe einen zusätzlichen Mittelbedarf von 2,1 Mio. Fr. pro Jahr, wenn 10% der benötigten Summe dafür gebraucht werden. Bei 20% der benötigten Mittel und einem Zuschlag von 20% würde der Bedarf  auf 5,6 Mio. Fr. pro Jahr ansteigen. Gemäss SBV-Präsident Markus Ritter soll es den Zuschlag für alle Aufstallungssysteme geben, also auch für Anbindeställe.

Das sagt Capaul

Armin Capaul, Initiant der Hornkuh-Initiative, sagt zu dem Vorschlag: «Wir haben unsere Initiative für Kühe und Ziegen gemacht und nicht für neue Ställe. Mit dem Vorschlag  gäbe es ja nichts für die Landwirte, die ihre horntragenden Tiere in einem bereits gebauten Stall halten. Und wer nicht neu baut, hat auch nichts davon.» Laut Capaul soll es die höheren Investitionshilfen auch nur für Laufställe geben, die ja gerade zum Rückgang der Hörner geführt haben, und nicht auch für Anbindeställe.

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