7.04.2014 08:01
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Fleischmarkt
STS will Würzfleischimporten den Riegel schieben
Importfleisch, insbesondere fertig gewürzte Ware, stammt oft aus tierschutzwidriger Haltung. Der STS kämpft gegen die Importe.

Nächste Woche berät die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N) über das sogenannte Würzfleisch. Dieses Fleisch wird heute im Zollkapitel 16 klassiert und kann deshalb zu einem tieferen Ausserkontingentszollansatz importiert werden als ungewürzte Fleischstücke.

Länder ohne Tierschutz

Daran stören sich viele – auch der Schweizer Tierschutz STS. Geschäftsführer Hansuli Hube fordert die Mitglieder der WAK-N auf, das Würzfleisch nicht länger zu einem reduzierten Zollansatz in die Schweiz zu lassen: «Mit dem Würzfleisch konkurrenziert die Importbranche  insbesondere jene Schweizer Bauern, die Wert auf ein hohes Tierwohl legen.» Das Würzfleisch stamme primär aus verschiedenen EU-Ländern sowie Brasilien, das keine Tierschutzgesetzgebung kenne.

Auch die EU verfüge nur über Tierschutz-Richtlinien für Kälber und Schweine, nicht aber über solche für Mastrinder, Kühe, Schafe und Ziegen, bemängelt Huber: «Das bedeutet, dass ein Teil des EU-Würzfleisches aus Haltungen stammt, die keine konkreten spezifischen Tierschutzvorschriften kennen.» Der STS sei im Kontakt mit EU-Tierschutzorganisationen und zudem beratendes Mitglied der Lobbyorganisation Eurogroup in Brüssel: «Sie beklagen alle den Vollzugs- und Kontrollnotstand beim Tierschutz in der EU.»

Kampf für rosa Kalbfleisch

Es sei paradox, so Huber: «Wir kämpfen zusammen mit den Konsumentenschutzorganisationen für eine tierfreundliche Kälbermast in der Schweiz und für die Akzeptanz von rosa bis rötlichem Kalbfleisch von gesunden Kälbern gegen den Widerstand einiger rückständiger Metzger. Und in dieser Situation importieren gewissenlose Importeure zunehmend weisses Kalbfleisch von fehlernährten, tierschutzwidrig gehaltenen Kälbern als Würzfleisch, etwa aus Holland, Italien und Deutschland.»

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