17.08.2016 17:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Thurgau
Tänikon bleibt erhalten
Der Agroscope-Standort im thurgauischen Tänikon bleibt erhalten. Der Kanton Thurgau übernimmt ab 2017 die Bewirtschaftung des Versuchsbetriebes. Der Standort stand vor der Schliessung.

Es war eine prominente Runde, die sich am Mittwoch in Tänikon TG versammelt hatte: Bernard Lehmann, Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft und Präsident des Agroscope-Rates, Michael Gysi, Chef von Agroscope, Ueli Bleiker, Chef des Landwirtschaftsamtes des Kantons Thurgau sowie Walter Schönholzer, Chef des Thurgauer Volkswirtschaftsdepartementes.

100 Arbeitsplätze erhalten

Letzterer konnte erfreuliche News verkünden: „Der Agroscope-Standort in Tänikon bleibt erhalten. Dies wird möglich, weil der Kanton Thurgau und die Forschungsanstalt die Zusammenarbeit verstärken. Der Kanton Thurgau übernimmt ab 2017 die Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Versuchsbetriebs. Agroscope konzentriert sich auf die Forschung.“ Damit, so Schönholzer, könnten rund 100 Arbeitsplätze erhalten werden.

Laut Bernard Lehmann  wurden 2014 mit der Reorganisation von Agroscope die Grundlagen geschaffen, um effizienter zu. Man sei aber nicht so schnell vorangekommen, wie man wollte, gab Lehmann zu. „Die Landwirtschaft steht vor grossen Herausforderungen. Agroscope muss Antworten auf brennende Fragen beantworten -  etwa im Umgang mit der Kirschessigfliege.“

Arenenberg pachtet Betrieb

Ueli Bleiker betonte, dass der Arenenberg bereits seit zehn Jahren eine enge und gute Zusammenarbeit mit Agroscope pflege: „Mit der Neuausrichtung von Agroscope und der Verlagerung der Nutztierhaltung von Tänikon nach Posieux FR stand der Standort Tänikon vor der Schliessung.“  Nun habe man letzte Woche eine Grundsatzvereinbarung unterschrieben.

Der Arenenberg pachtet den 80-ha-Betrieb mit allen landwirtschaftlich relevanten Gebäuden -  Ställe und Maschinenhalle - und übernimmt die landwirtschaftlichen Angestellten. Für den Kanton ist das ein Nullsummenspiel. Der Unterhalt der Gebäude bleibt beim Bund. Agroscope fokussiert auf die Forschung. In Posieux müssen dank der Weiterführung der Tierhaltung  keine Ersatzinvestitionen getätigt werden.

Finanzierung für Traktorenprüfstand gesucht

Laut Michael Gysi werden die Forschungsgruppen „Sozioökonomie“, „Betriebswirtschaft“, „Arbeit, Bau und Systembewertung“, Agrartechnische Systeme und Mechatronik“ und „Tiergerechte Haltung“ in Tänikon angesiedelt. Strategische Forschungsfelder sind beispielsweise die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch das Precision Farming oder die Tierhaltung und Tiergesundheit.

Für den Traktorenprüfstand sucht Agroscope unabhängig von der Zusammenarbeitsvereinbarung eine alternative Finanzierung. Laut Michael Gysi haben Gespräche stattgefunden. „Falls wir in den nächsten Monaten keine externen Geldgeber finden, wird er geschlossen.“

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