30.09.2014 08:56
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Verbände
Tausendsassa Walter Willener hört auf
Walter Willener ist als Agora-Direktor und Sals-Präsident nicht nur in der Westschweizer Landwirtschaft eine bekannte Grösse. Nun will sich der 62-Jährige per Ende 2015 bei der Agora pensionieren lassen.

Walter Willener ist eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Schweizer Landwirtschaft. Der Neuenburger mit Wurzeln in Sigriswil im Berner Oberland hat gerade erst letztes Wochenende als Präsident des landwirtschaftlichen Organisationskomitees der äusserst erfolgreichen Schweizer Berufsmeisterschaften von sich reden lassen. Diese Funktion hielt er als Präsident der OdA AgriAliform, also der Dachorganisation der bäuerlichen Berufsbildung, inne.

Sals-Präsident

Der Ingenieur-Agronom ETH hat als Interimspräsident 2012 die Geschicke der Agrarforschungsplattform Agridea geleitet. Weiter ist er Präsident der freihandelskritischen Schweizerischen Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (Sals). Er hat die Sals als Kampforganisation gegen den EU-Agrarfreihandel erfolgreich aufgebaut und damit den Schweizer Bauernverband dazu gebracht, in der Freihandelsfrage Farbe zu bekennen.

Weiter ist er auch parteipolitisch tätig. Er seit 1993 als SVP-Vertreter im Grossrat des Kantons Neuenburg und hat den Rat 2008–2009 präsidiert. Aktuell ist er Chef der SVP-Fraktion im Grossen Rat.

Seit 2000 Agora-Direktor

Hauptberuflich ist Willener seit 2000 Direktor der Agora (Association des Groupements et Organisations Romands de l’Agriculture), also des Dachverbandes der Westschweizer Landwirtschaft. Unter ihm hat die Agora oft einen subtil anderen Kurs gefahren als der SBV. Das zeigt etwa das Beispiel EU-Agrarfreihandel, dem Willener immer viel skeptischer gegenüber gestanden ist als etwa SBV-Direktor Jacques Bourgeois, der zeitweise mit der Idee der Grenzöffnung liebäugelte.

Nun will der am 18. September 1952 geborene Willener sein Amt  vorzeitig in neue Hände übergeben. «Ende 2015 ist Schluss», erklärt er auf Anfrage. Im Dezember 2014 werde entschieden, ob man direkt potenzielle Kandidaten angehen oder ob man die Stelle eventuell ausschreiben wolle. Es sei momentan noch völlig offen, wer sein Nachfolger werde, betont er.

Potenzielle Nachfolger

Mögliche Agora-interne Kandidaten gibt es durchaus. Da wären jüngere Leute wie etwa Loïc Bardet oder Sals-Geschäftsführer David Rüetschi zu nennen. Mögliche Nachfolger stehen aber auch bei den kantonalen Bauernverbänden in Lauerstellung. So etwa Michel Darbellay, Direktor der jurassischen Bauern. Sein Bruder, Nationalrat Christophe Darbellay (CVP, VS), war Vorgänger von Willener.

Dann ist auch an Frédéric Ménétrey, Direktor des Freiburger Bauernverbandes zu denken. Auch in den Milchverbänden gibt es einige potenzielle Kandidaten. Viel politische Erfahrung hat etwa Miba-Direktor Christophe Eggenschwiler. Auch Prolait-Direktor Eric Jordan wäre denkbar.

Auch wenn Willener beruflich kürzertreten will, gibt er nicht gleich alle Ämter auf. «Grossrat bleibe ich wohl bis 2017. Und Sals-Präsident bleibe ich auch mindestens bis 2016», lässt er sich entlocken.

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