20.04.2020 06:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Coronakrise
Tests&App: Bund soll vorwärts machen
Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats (SGK) will dem Bundesrat in Sachen Coronavirus-Bekämpfung Beine machen. Sie fordert deutlich mehr Infektions- und Antikörpertests, ein Tracing-System zur Überwachung der Ansteckungsketten sowie zusätzliches Schutzmaterial für Firmen.

Laut einer Mehrheit der Kommission sollen sich alle Personen, die Symptome einer möglichen Coronavirus-Infektion haben, ohne Einschränkung testen lassen können, wie die Parlamentsdienste am Samstag mitteilten.

Antikörpertests vorantreiben

Dafür brauche es schnellstmöglich genügend verfügbare Tests. Ziel des Bundes müsse es sein, regelmässige und repräsentative Infektionstests in der Gesamtbevölkerung durchführen lassen zu können. Dafür müssten Bundesrat und Verwaltung aber die Teststrategie ändern. Aktuell gelten restriktive Kriterien für den Zugang zu Tests.

Die SGK befürwortet zudem repräsentative Antikörpertests in der Gesamtbevölkerung. Dadurch liesse sich die Entwicklung der Epidemie besser überwachen, und es würden Rückschlüsse auf die Immunitätsrate der Bevölkerung möglich, lautet der Tenor. Das sei für die kommenden Monate entscheidend. Im Kanton St. Gallen laufen bereits seit rund vier Wochen serologische Tests mit rund 1000 Personen. Sie sollen unter anderem Aufschluss darüber geben, wie viele Personen vom Coronavirus angesteckt wurden, aber keine Krankheitssymptome zeigen.

Tracing-System

Nach Meinung der Nationalrats-Kommission soll der Bund ein wirkungsvolles Tracing-System etablieren, um Ansteckungsketten rasch identifizieren und unterbrechen zu können. Dabei müssten allerdings die Datenschutzbestimmungen eingehalten werden. «Dies soll es ermöglichen, rascher zum Courant normal zurückzukehren.»

Die Gesundheitskommission stehe hinter den von der Regierung per Notrecht beschlossenen Massnahmen, teilte sie weiter mit. Sie beobachte aber die Umsetzung der am Donnerstag kommunizierten Ausstiegsstrategie genau.

Gegen Diskriminierung kleiner Läden

So stellt die SGK klar, dass kleinere Läden gegenüber Grossverteilern nicht diskriminiert werden dürften. Sobald die Sortimentsbeschränkungen für Migros, Coop und Co. fielen, müssten auch kleine und mittelgrosse Einkaufsläden wieder öffnen dürfen. Ansonsten handle es sich um «eine stossende Ungleichbehandlung».

Wie andere Kommissionen fordert auch die SGK, dass Firmen mit Dividendenausschüttung im laufenden sowie im kommenden Jahr keine Kurzarbeitsentschädigung erhalten sollen. Bei der Kredit- und Bürgschaftsvergabe hat der Bundesrat solche Regeln bereits etabliert.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE