6.06.2020 16:15
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Tierschutz
Tierschutz will weitere Kontrollen
Der Schweizer Tierschutz sagt, fehlende Einstreue oder verdreckte Tiere seien nur bei unangemeldeten Kontrollen zu entdecken.

Labelbetriebe in der Schweinehaltung müssten jedes Jahr mit unangemeldeten Kontrollen rechnen. Konventionelle Betriebe hingegen würden nur alle vier Jahre und auf Anmeldung kontrolliert,  nur 10% aller solcher Kontrollen seien unangemeldet, strich der «SRF-Kassensturz» heraus.  Cesare Sciarra, Leiter Kontrolldienst beim  Schweizer Tierschutz,  kritisierte, dass ein Mäster bei angemeldeten Kontrollen  Mängel wie fehlende Einstreue noch korrigieren könne.

Kaspar Jörger, Leiter Tierschutz Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), betonte, dass in Zukunft 20% statt 10% der Kontrollen unangemeldet stattfänden und dass nach der Feststellung von Mängeln unangemeldete risikobasierte Kontrollen erfolgen könnten.  Dass auch sogenannt unangemeldete Kontrollen aus arbeitsökonomischen Gründen vorher angekündigt werden, wollte er  nicht ausschliessen.

Freilandschweine:

Nicht recht hatte Ueli Schmezer mit der pauschalen Aussage im «Kassensturz», dass eine Schweizer Mastsau in ihrem Leben ganz sicher  nie  auf eine Wiese komme. Es  werden durchaus Freilandschweine  gehalten, etwa auf dem Grossbetrieb der Justizvollzugsanstalt Witzwil BE, auf dem Hof Neue Zelg der Familie Müller in Bettlach SO,  oder von Martin Salzmann und Aline Frank auf dem Brändlisberg in Steffisburg BE (vgl. Bild).

Die beiden sind mit drei Premo-Mastschweinen  aus der Zucht von Beat Kühni, Oberburg BE,  der kleinste Betrieb der Welt, der vom Schweinegesundheitsdienst (SGD) betreut wird. Die Kunden haben es in der Hand, ob die Nische mit dieser Haltung wächst.  

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE