28.04.2014 12:45
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/sda/blu
Tierschutz
Tierschutzverordnung: Anhörung gestartet
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) eröffnet die Anhörung zu drei neuen Amtsverordnungen im Bereich Tierschutz. Diese umfasst die Verordnung über den Tierschutz beim Züchten von Tieren, die Verordnung über die Haltung von Hunden und Heimtieren sowie die Verordnung über die Haltung von Wildtieren.

Eine erste Verordnung handelt vom Tierschutz bei der Züchtung von Tieren, wie das BLV mitteilt. Die Verordnung listet belastende, erblich bedingte Merkmale sowie Kriterien für die Einteilung in Belastungsgrade auf und legt den zulässigen Zuchteinsatz fest. Die Zucht ist damit darauf auszurichten, gesunde Tiere zu erhalten, die frei von Eigenschaften sind, die ihre Würde missachten.

Verbotene Zucht von Tanzmäusen

Als leichte Belastung gelten beispielsweise Langhaarigkeit, Albinismus oder vereinzelt fehlende Zähne. Mittlere bis starke Belastungen verursachen Schäden oder Deformationen, die zu Funktionsausfällen etwa bei der Atmung führen, tiefgreifende Eingriffe in das Erscheinungsbild des Tieres, starke Schmerzen, Ängste oder anderes Leiden.

Beispiel einer verbotenen Extremzucht sind so genannte Tanzmäuse, die wegen eines Innenohrdefekts an Orientierungsverlust leiden und sich daher nicht normal bewegen können. Rassenlisten mit Verboten sind jedoch nicht vorgesehen, weil sonst generell die Zucht von Mäusen oder anderen Tieren statt die Extremzucht verboten werden müsste.

Hunde sollen regelmässig Gassi gehen

In einer zweiten Verordnung geht es um die Haltung von Wildtieren. Sie enthält unter anderem Anforderungen an Gehege für Hirsche, Laufvögel und Wachteln. Bei Weidetieren werden Anforderungen an das Gehege, die Böden, Witterungsschutz oder Beleuchtung gestellt. Zudem beinhaltet sie den Bereich Aquarien sowie Voraussetzungen zur Haltung von Zirkustieren während der Tournee.

In der dritten Verordnung wird die Haltung von Hunden und Heimtieren präzisiert. Sie soll einzelne Artikel der Tierschutzverordnung präzisieren und den Vollzug durch die Kantone harmonisieren. Vorgesehen sind unter anderem Vorschriften zum Aufenthalt von Hunden in Autos sowie geschlossenen Wohnräumen.

Hunde, die in Wohnungen gehalten werden, sollen künftig von Gesetzes wegen regelmässig Gassi gehen dürfen. Auch ihre Unterbringung oder die Grösse von Transportboxen werden genaue Anforderungen gestellt. Im Auto sollen Hunde oder Katzen so viel Platz haben, dass sie stehen, sich umdrehen und hinlegen können. Auch Hundehütten müssen gross genug sein, damit das Tier darin in Seitenlage mit ausgestreckten Gliedmassen liegen kann.

Die Anhörung läuft vom 28. April bis zum 28. Juli 2014.

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