26.06.2019 09:48
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Pflanzenschutz
Trinkwasser-Initiative: Bio Suisse droht mit Ja
Bio Suisse unterstütze wohl die Trinkwasser-Initiative, hiess es kürzlich. Doch Bio Suisse hatte diesen Satz nicht freigegeben. Und auf Fragen von «Schweizer Bauer» mochte der Verband nicht antworten.

Mit harten Bandagen wurde letzte Woche im Parlament gekämpft, als es um die Frage ging, ob zur Trinkwasser-Initiative ein Gegenvorschlag ausgearbeitet werden soll.

«Alle Optionen offen»


Für einen solchen sprachen sich in einem Schreiben die Umweltverbände BirdLife, Fischerei-Verband, Pro Natura und WWF aus – und Bio Suisse, der Dachverband der Schweizer Knospe-Bio-Bauern. Im Schreiben, das Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli unterzeichnet hat, steht: «Werden die beiden Initiativen ohne Gegenvorschlag der Stimmbevölkerung vorgelegt, werden die unterzeichnenden Verbände die Initiativen voraussichtlich unterstützen.»

Bio Suisse hat dazu allerdings noch keine Parole gefasst. Auf Anfrage erklärt Bio-Suisse-Sprecher Lukas Inderfurth: «Auch wir waren irritiert ob des Schlusssatzes – entspricht er doch nicht der Version, die wir freigegeben hatten.» Freigegeben habe Bio Suisse Folgendes: «Bio Suisse will bewusst nicht zwischen die Fronten geraten, sondern hält sich alle Optionen offen. Die Delegiertenversammlung wird voraussichtlich im November entscheiden, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen und die politische Debatte geführt ist.»

Keine Antworten

Für die Biobauern ist nicht nur ein Problem, dass Franziska Herren in den Text «Pestizide» geschrieben hat und nicht «chemisch-synthetische Pestizide». Denn auch Stoffe natürlichen Ursprungs können giftig sein, wie etwa Kupferhydroxyd (laut Forschungsinstitut für den biologischen Landbau (Fibl) «gesundheitsschädigend, umweltgefährlich, gewässergefährdend»), Paraffinöl, Azadirachtin und Pyrethrin. Zu weiteren Problemen fragte der «Schweizer Bauer» die Medienstelle von Bio Suisse:

Bei einem Ja zur Trinkwasser-Initiative könnten Tausende Schweizer Bauern auf Bio umstellen wollen. Heute gibt es schon zu viel Biomilch und Biofuttergetreide. Haben Sie da keine Bedenken? Oder wollen Sie die Knospe rationieren?

Was sagen Ihre Geflügelmäster, Legehennen- und Schweinehalter  und auch Milchviehproduzenten, die ausländisches Bioheu füttern, zur Verfassungsbestimmung, dass nur Bauern Direktzahlungen erhalten, die einen Tierbestand halten, «der mit dem auf dem Betrieb produzierten Futter ernährt werden kann»? 

Antworten von der Geschäftsstelle der Bio Suisse gab es dazu keine. 

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