16.05.2013 07:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Überparteiliches Komitee reicht Stromeffizienz-Initiative ein
Der Stromverbrauch in der Schweiz soll nicht weiter steigen. Das fordert ein überparteiliches Komitee mit der Stromeffizienz-Initiative - und stösst auf breite Zustimmung: Über 128'000 Personen haben laut den Initianten innert sieben Monaten das Anliegen unterschrieben.

Die Unterschriften wurden am Mittwoch bei der Bundeskanzlei eingereicht. Der Bundesrat müsse zur Kenntnis nehmen, dass sein Stromsparziel weit unter den Möglichkeiten liege und dass die Stimmbürger ehrgeizigere Ziele hätten, schreibt das Initiativ-Komitee in einem Communiqué. 

NR Ruedi Noser ist Präsident

Die Initiative hat zum Ziel, bis 2035 den Stromverbrauch auf dem Niveau des Jahres 2011 zu stabilisieren. Um dies zu erreichen, soll die Stromeffizienz gesteigert werden.  «Jede dritte Kilowattstunde wird verschwendet», sagte Patrick Hofstetter von der Umweltorganisation WWF laut Communiqué. Die Mitglieder des Initiativkomitees wollen sich im Juni mit externen Experten treffen, um mögliche Stromeffizienz-Massnahmen zu diskutieren. 

Der Präsident des Initiativkomitees, der Zürcher FDP-Nationalrat  Ruedi Noser, plädiert dafür, drei bis vier Massnahmen herauszuschälen. «Weniger ist auch hier mehr», wird er zitiert. Er sei überzeugt, dass ein gemeinsamer Nenner gefunden werden könne. 

Mehrere Fliegen auf einen Streich 

Mit der Initiative werden laut SVP-Nationalrat Markus Hausammann (TG) mehrere Fliegen auf einen Streich geschlagen: «Effizienzmassnahmen nützen dem Verbraucher, schonen das Klima, schaffen Arbeitsplätze im Inland und verringern die Auslandabhängigkeit», wird Hausammann zitiert. 

Die grössten Effizienzpotenziale ortet das Initiativkomitee bei der Beleuchtung und bei industriellen Anwendungen. Nach seinen Angaben können bei der Beleuchtung 4,2 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr eingespart werden, bei industriellen Anwendungen 4,8 Milliarden. Insgesamt wird das Sparpotenzial mit 19 Milliarden Kilowattstunden beziffert. Zum Vergleich: 2011 betrug der Stromverbrauch 58,5 Milliarden Kilowattstunden. 

Laut den im Initiativkomitee vertretenen Umweltorganisationen liegt das Sparpotenzial noch höher als von der Initiative anvisiert. Kaspar Schuler von Greenpeace geht davon aus, dass bis 2035 durch Stromeffizienz-Massnahmen vier Fünftel des Schweizer Atomstroms ersetzt werden könnte. 

Alle Parteien mit an Bord 

Das Volksbegehren ist breit abgestützt. Alle grossen Parteien sind im Initiativkomitee vertreten. Neben Bundesparlamentariern von SVP, SP, CVP, FDP, Grünen, Grünliberalen, BDP und EVP unterstützen der Wirtschaftsverband swisscleantech, die Stiftung für Konsumentenschutz, Greenpeace, Unternehmer sowie Energie- und Umweltorganisationen die Initiative.

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