14.08.2019 16:46
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/Video: hal
Verwaltung
Umfrage: Ist Hofer eine gute Wahl?
Der Bundesrat hat entschieden. Christian Hofer wird die Nachfolge von Bernard Lehmann als Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft antreten. Der Berner legt viel Wert auf Zusammenarbeit. Was halten Sie von der Wahl? Abstimmen und mitdiskutieren

Er galt als Favorit auf den Posten. Und nun hat er das Rennen für sich entschieden. Der Berner wurde auf Antrag von Agrarminister Guy Parmelin vom Bundesrat gewählt. Hofer habe alle Kriterien erfüllt, sagte der Romand an der Medienkonferenz in Bern. Hofer hat sich gegen 28 Mitstreiter durchgesetzt.

Viel Erfahrung

Der reiche Erfahrungsschatz haben Hofer in die Pole Position gebracht. Er bringt Erfahrung aus der Praxis mit, er hat in der Forschung gearbeitet und hatte leitende Führungsfunktionen in der Privatwirtschaft und in der Verwaltung inne.

Hofer bringt noch einen weiteren Punkt ein. «Ich habe eine Agrarpolitik im Bundesamt für Landwirtschaft konzipiert. Und ich habe als Leiter des Landwirtschaftsamts des Kanton Berns erfahren, was es heisst, eine Agrarpolitik umzusetzen», sagte er im Gespräch mit schweizerbauer.ch. Dies seien sehr wichtige Eigenschaften für die künftigen Arbeiten als Direktor.

Für produzierende Landwirtschaft

Hofer erklärte auch, was ihm bei der Entwicklung der Landwirtschaft und Agrarpolitik wichtig ist. «Sicher ist es die Förderung einer produzierenden, ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft. Wir habe viele Elemente durch die Technik und die Digitalisierung, die helfen, die Produktion mit der Nachhaltigkeit zu verbinden», führte der Berner aus. 

Die stetige Verbesserung der unternehmerischen Rahmenbedingungen gehöre ebenfalls dazu, so Hofer. Auch eine stärkere Marktausrichtung ist ihm wichtig. Priorität will Hofer auch der Verständlichkeit und der Vollzugstauglichkeit der Agrarpolitik beimessen. «Das System ist komplex. Wir müssen achten bei der Weiterentwicklung, dass es verstanden und umgesetzt wird», hielt er fest.

Bauern einbeziehen

Sein Vorgänger Bernard Lehmann habe gute Vorarbeit geleistet und wichtige wissenschaftliche Grundlagen für die Agrarpolitik 2022+ bereitgestellt. «Es ist nun an mir, die AP22+ möglichst realistisch und pragmatisch umzusetzen», sagte er zu schweizerbauer.ch. Hofer legt Wert auf die Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppen. Bauern, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft sollen gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Er betonte, er habe im Kanton Bern zusammen mit den Bauern Massnahmen ergriffen. Damit meinte er das Projekt Pflanzenschutz. Er will zusammen die den Bauern neue Lösungen erarbeiten, damit diese auch von ihnen mitgetragen werden. «Das ist der richtige Weg für die Zukunft in Sachen Ökologie. So können sich die Landwirte damit identifizieren und sie setzen die Massnahmen um», machte Hofer klar.

Bauernverband zufrieden

Der Schweizer Bauernverband (SBV) ist mit der Wahl des Bundesrats insgesamt zufrieden. «Mit Christian Hofer kehrt ein bekanntes Gesicht zum BLW zurück. Wir hatten früher ein konstruktives Verhältnis mit Christian Hofer und wir hoffen, dass das auch in der neuen Funktion wieder so sein wird», sagt SBV-Sprecherin Sandra Helfenstein zu schweizerbauer.ch.  

Der Verband hat aber auch einige Erwartungen an Hofer. «Wir erwarten, wie von jedem Direktor vor ihm – dass er sich für die Interessen der Schweizer Bauernfamilien einsetzt, insbesondere auch gegenüber den anderen Bundesämtern», führt Helfenstein aus. Sie meint im Speziellen das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und das Bundesamt für Umwelt (Bafu).  

Die Rahmenbedingungen solle Hofer so gestalten, dass sich Bauernfamilien «innovativ» weiterentwickeln können.  «Es ist aber nicht nötig, die Agrarpolitik und speziell das Direktzahlungssystem alle vier Jahre neu zu erfinden. Was funktioniert, sollte man weiterführen. Wo es Fehlanreize gibt, sollte man gezielt korrigieren», macht sie deutlich.

Agrarallianz erfreut

Die Agrarallianz begrüsst die Wahl von Hofer. Er brauche keinerlei Einarbeitungszeit und kenne die Machtmechanik im Departement, im Amt und im Parlament. «Hofer kann gleich mit voller Kraft und offensiv ans Werk gehen. Er weiss, dass Agrarpolitik auch Konsumenten-, Natur- und Tierwohlpolitik ist. Und er weiss, dass die AP22+ die Interessen der markt- und naturnah arbeitenden Bäuerinnen und Bauern stärken muss», schreibt die Agrarallianz. 

Mitglieder der Organisation sind unter anderem Bio Suisse, IP Suisse, Demeter, die Kleinbauern-Vereinigung, der Schweizer Tierschutz, Mutterkuh Schweiz und der Konsumentenschutz.

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