16.10.2017 17:34
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Tierschutz
Umfrage: Kontrollen mehr unangemeldet
Die Tierhalter sollen künftig vermehrt risikobasiert überprüft werden. Jene Betriebe, die nie negativ beanstandet wurden, sollen weniger kontrolliert werden. Was denken Sie darüber? Ist das der richtige Weg? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

Verschiedene Fälle von Tierschutzverstössen in den vergangenen Monaten haben bei zahlreichen Organisationen, Verbänden und Politikern zu regen Diskussionen bezüglich Tierschutzkontrollen geführt.

Nach geltender Regelung findet auf jedem landwirtschaftlichen Tierhaltungsbetrieb mindestens alle vier Jahre eine angemeldete Kontrolle statt. Pro Jahr sollen 10 Prozent der Grundkontrollen unangemeldet durchgeführt werden. Hier gibt es grosse kantonale Unterschiede. Einige Kantone halten die Quote nicht ein, wie kürzlich die «SonntagsZeitung» berichtete. In Zürich lag dieser Wert bei 3.5 Prozent, im Aargau wurden 2016 lediglich 1.7 Prozent der Kontrollen unangemeldet durchgeführt.

Nun soll das System bei den Kontrollen angepasst werden. Änderungen sind im Verordnungspaket 2018 eingeplant. Es soll weniger Grundkontrollen und mehr risikobasierte Kontrollen geben, und der Anteil unangemeldeter Kontrollen soll erhöht werden. Wessen Tierhaltung also nie negativ aufgefallen ist, der soll nicht zwingend alle vier Jahre kontrolliert werden.

Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Bundesamts für Landwirtschaft, der Kantone, Kontrollstellen, anderen Bundesämtern und Bauernverband haben sich auf ein risikobasiertes Kontrollsystem im Bereich ÖLN/Direktzahlungen und damit im Tierwohlbereich geeinigt.

Auch bezüglich Effizienz und Qualität soll es Verbesserungen geben. Die Motion von Nationalrätin Martina Munz (SP/SH) fordert eine Verkleinerung der Gesamtheit der Kontrollen. Der Schweizer Tierschutz (STS) spricht bei den Kontrollen von einem «Systemfehler». Auch der STS unterstützt die risikobasierten Kontrollen. Betriebe ohne Auffälligkeiten sollen nicht zwingend alle vier Jahre kontrolliert werden. Diese Frequenz ist aber in der Tierschutzverordnung festgeschrieben.

Der STS will vor allem dort mehr Kontrollen, wo es Vermutungen gibt, dass die Vorschriften nicht eingehalten werden. Das Problem liege im Vollzug, nicht im Gesetz. Der STS will die Quote der unangemeldeten Kontrollen auf 50 Prozent erhöhen. Die Kantone geloben Besserung. Sie wollen die Mindestquote von 10 Prozent einhalten.

Was denken Sie über die Anpassungen bei den Tierschutzkontrollen? Gibt es eine Entlastung? Oder das System immer noch zu kompliziert? Diskutieren Sie mit uns stimme Sie ab.

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