Freitag, 25. Juni 2021
16.10.2017 17:34
Tierschutz

Umfrage: Kontrollen mehr unangemeldet

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter

Die Tierhalter sollen künftig vermehrt risikobasiert überprüft werden. Jene Betriebe, die nie negativ beanstandet wurden, sollen weniger kontrolliert werden. Was denken Sie darüber? Ist das der richtige Weg? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

Verschiedene Fälle von Tierschutzverstössen in den vergangenen Monaten haben bei zahlreichen Organisationen, Verbänden und Politikern zu regen Diskussionen bezüglich Tierschutzkontrollen geführt.

Nach geltender Regelung findet auf jedem landwirtschaftlichen Tierhaltungsbetrieb mindestens alle vier Jahre eine angemeldete Kontrolle statt. Pro Jahr sollen 10 Prozent der Grundkontrollen unangemeldet durchgeführt werden. Hier gibt es grosse kantonale Unterschiede. Einige Kantone halten die Quote nicht ein, wie kürzlich die «SonntagsZeitung» berichtete. In Zürich lag dieser Wert bei 3.5 Prozent, im Aargau wurden 2016 lediglich 1.7 Prozent der Kontrollen unangemeldet durchgeführt.

Nun soll das System bei den Kontrollen angepasst werden. Änderungen sind im Verordnungspaket 2018 eingeplant. Es soll weniger Grundkontrollen und mehr risikobasierte Kontrollen geben, und der Anteil unangemeldeter Kontrollen soll erhöht werden. Wessen Tierhaltung also nie negativ aufgefallen ist, der soll nicht zwingend alle vier Jahre kontrolliert werden.

Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Bundesamts für Landwirtschaft, der Kantone, Kontrollstellen, anderen Bundesämtern und Bauernverband haben sich auf ein risikobasiertes Kontrollsystem im Bereich ÖLN/Direktzahlungen und damit im Tierwohlbereich geeinigt.

Auch bezüglich Effizienz und Qualität soll es Verbesserungen geben. Die Motion von Nationalrätin Martina Munz (SP/SH) fordert eine Verkleinerung der Gesamtheit der Kontrollen. Der Schweizer Tierschutz (STS) spricht bei den Kontrollen von einem «Systemfehler». Auch der STS unterstützt die risikobasierten Kontrollen. Betriebe ohne Auffälligkeiten sollen nicht zwingend alle vier Jahre kontrolliert werden. Diese Frequenz ist aber in der Tierschutzverordnung festgeschrieben.

Der STS will vor allem dort mehr Kontrollen, wo es Vermutungen gibt, dass die Vorschriften nicht eingehalten werden. Das Problem liege im Vollzug, nicht im Gesetz. Der STS will die Quote der unangemeldeten Kontrollen auf 50 Prozent erhöhen. Die Kantone geloben Besserung. Sie wollen die Mindestquote von 10 Prozent einhalten.

Was denken Sie über die Anpassungen bei den Tierschutzkontrollen? Gibt es eine Entlastung? Oder das System immer noch zu kompliziert? Diskutieren Sie mit uns stimme Sie ab.

Mehr zum Thema
Agrarpolitik

Schweizer Qualität gegen EU-Massenware. (Bild: röt)Europa, Schweiz, EU, Agrar, Politik. Fahne. Staat. Bild ist von röt wurde aber bearbeitet (blauer Himmel) von Monika Mullis. - Heinz Röthlisberger Bundesrat Ignazio Cassis…

Agrarpolitik

Andreas Gafner will den Einsatz von Aktivkohle zur Pflanzenstärkung vereinfachen. - Parlamentsdienste Nationalrat Andreas Gafner (EDU, BE) möchte ein Meldeverfahren für Pflanzenstärkungs- und Pflanzenschutzmittel auf der Basis von natürlichen Produkten…

Agrarpolitik

Die Landwirtschaft verursacht CO2-Emissionen, hat aber auch grosses Potential dieses zu binden: Ohne das abgelehnte Gesetz stellt sich nun die Frage, wie das Ziel der Treibhausgasreduktion erreicht werden kann. -…

Agrarpolitik

Nur 21 Prozent der Gemeinden glauben , dass mit der Digitalisierung auch tatsächlich die Kosten gesenkt werden können. - Marcel Kaufmann Chance oder Risiko – wie blicken die Schweizer Gemeinden…

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE