25.12.2019 16:35
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Umfrage
Umfrage: Wer soll Rösti ersetzen?
Albert Rösti hat genug. Der Bauernsohn aus dem Berner Oberland wird im Frühling 2020 als Präsident der SVP zurücktreten. Wer soll Nachfolgerin oder Nachfolger bei der grössten Schweizer Partei werden? Abstimmen und mitdiskutieren

Bei den Wahlen von vergangenem Oktober musste die SVP eine Niederlage einstecken. Zwar bleibt sie mit 53 Sitzen mit Abstand die stärkste Kraft im Nationalrat, doch der Verlust von 12 Sitzen war empfindlich. Insgesamt büsste die Partei 3,8 Prozent Wähleranteil ein. 

Die Führung der SVP sieht Handlungsbedarf. Der Präsident müsse vor allem führen können, sagte Vizepräsidentin und Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher zu den Tamedia-Zeitungen. Und dies schweizweit. Damit meint sie: «In den Kantonalsektionen präsent sein und sie zum Erfolg führen. Je nach dem muss er helfen, unterstützen oder auch den Tarif durchgeben. Die SVP Schweiz ist schnell und stark gewachsen, unsere Strukturen hinken zum Teil hinterher.»

Und sie kommuniziert auch, was der Präsident für einen Fokus zu legen hat. «Unsere Strukturen zu stärken, wird eine der zentralen Aufgaben sein. Er muss bereit sein, sich ausserordentlich zu engagieren», macht Martullo-Blocher klar.

Rösti, der 2016 erstmals zum Parteipräsidenten der SVP gewählt worden, sieht dies ebenfalls als wichtigste Aufgabe. Die Partei müsse grosse Arbeit in den Kantonen leisten, sagte der Gemeindepräsident von Uetendorf BE im Interview mit dem «SonntagsBlick». Ein zukünftiger Parteipräsident müsse da noch mehr Zeit investieren können.

Diese Zeit kann er nicht mehr aufwenden. Für den 52-jährigen Berner Oberländer hat sich auch die Frage nach der langfristigen beruflichen Zukunft gestellt. Der promovierte Agronom mit eigenem Büro berät Wirtschaftsvertreter und Politiker in den Bereichen Energie, Raumplanung, Umwelt und Agrarwirtschaft. Das SVP-Parteipräsidium hingegen wird nicht entschädigt.

Zudem räumte Rösti ein, kein Restrukturierer zu sein. «Ich bin ein Gestalter. Mit harter Hand in den Kantonen durchzugreifen, liegt mir weniger», sagte er zum SonntagsBlick». Der ehemalige Direktor der Schweizer Milchproduzenten (SMP) erachtet den Zeitpunkt für einen Wechsel an der Parteispitze als ideal. Albert Rösti ist bei der SVP-Basis beliebt. Bei den Nationalratswahlen wurde er mit 128'252 Stimmen landesweiter Stimmenkönig. «Das Präsidium wird alle zwei Jahre gewählt, aber eine Partei funktioniert in einem Vierjahresrhythmus. Jetzt gilt es, einen Präsidenten für die Wahlen 2023 aufzubauen», erklärte er.

Bereits werden mehrere Kandidatinnen und Kandidaten als Nachfolger des Bauernsohns aus Kandersteg genannt. 

Zu ihnen gehört auch Marcel Dettling. Der Landwirt aus dem Kanton Schwyz wurde 2015 in den Nationalrat gewählt. Der Präsident der Schweizer Kälbermäster ist einer Kandidatur nicht abgeneigt.  «Das Amt bewegt und interessiert einen. Aber ob es möglich ist, alles unter einen Hut zu bringen, muss jetzt sauber abgeklärt werden. Wenn man Ja sagt, muss man die Zeit für dieses aufwändige Amt aufbringen können», sagt Dettling zu «SRF».

Als mögliche Kandidatin wird auch Esther Friedli gehandelt. Die Partnerin von Toni Brunner wurde im Oktober in den Nationalrat gewählt. Die Politologin kennt den Berner Politbetrieb. Zudem könnte die Bernerin auch in der Romandie punkten.

Ein weiterer Kandidat für das Präsidentenamt könnte auch Werner Salzmann sein. Der Agronom und Ständerat aus dem Kanton Bern will sich bis Ende Jahr entscheiden, berichtet «SRF».

In die Fussstapfen von Albert Rösti könnte auch Sandra Sollberger treten. Die Unternehmerin aus dem Kanton Basel-Land gehört seit 2018 zum neunköpfigen Parteileitungsausschuss. 

Für die «NZZ» gehört die Thurgauerin Diana Gutjahr zu den Topkandidaten. Die 35-jährige Unternehmerin will aber auch Präsidentin des Schweizer Gewerbeverbands werden.

Als Kandidat genannt wird auch der St. Galler Nationalrat Mike Egger. Der 27-jährige Metzger und Betriebswirtschafter politisiert sei März 2019 im Nationalrat. «Sag niemals nie. Ich brenne für die Politik. Die Politik ist meine Leidenschaft», sagt er gegenüber TVO. 

Sehr gute Chancen werden auch dem Zürcher Nationalrat und Banker Thomas Matter eingeräumt. Er gehört als Finanzchef dem Parteileitungsausschuss an.

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