24.05.2014 06:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Landwirtschaftsinitiative
Uniterre lanciert Volksinitiative zur Ernährungssouveränität
Nach dem Bauernverband will auch die Bauerngewerkschaft Uniterre eine Volksinitiative zur Ernährungssouveränität lancieren. Diesen Beschluss fasste die Gewerkschaft am Freitag an ihrer Generalversammlung in Yverdon VD.

Der Initiative werde im September lanciert, sagte Gewerkschaftssekretärin Valentina Hemmeler auf Anfrage. Bis dahin werde man den Initiativtext zum Abschluss bringen. Ausserdem sollen möglichst viele Unterstützer mit ins Boot geholt werden.

Die Initiative von Uniterre fügt sich ein in eine Reihe von Volksbegehren, die die Ernährung betreffen. So lancierte der Schweizer Bauernverband zusammen mit einer Gruppe um den Berner SVP-Nationalrat Rudolf Joder eine Volksinitiative «für Ernährungssicherheit». Mit der Initiative soll die einheimische Lebensmittelproduktion gestärkt werden. Gemäss den Initianten waren die nötigen 100'000 Unterschriften bereits zwei Monate nach Beginn der Sammelfrist beisammen. Anfang Juli sollen die Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht werden.

Auch Grüne mit eigener Initiative

Aus der Sicht von Uniterre enthält die Initiative des Bauernverbandes keine konkreten Vorschläge, wie die Lebensbedingungen von Bäuerinnen und Bauern verbessert werden könnten. Im Entwurf der Uniterre-Initiative dagegen wird der Bund beauftragt, Vorschriften zu erlassen mit dem Ziel, die Zahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft zu erhöhen.

Man bewerte die beiden Initiativen aber als sich ergänzende Volksbegehren, teilte Uniterre am Freitag im Anschluss an die Generalversammlung mit. Dasselbe gelte für die «Fairfood-Initiative» der Grünen. Diese wird in der kommenden Woche lanciert. Die Grünen fordern darin, dass die in der Schweiz geltenden Tierschutzvorschriften auch für importierte Produkte gelten sollen. Das Volksbegehren will ausserdem erreichen, dass auch die Zutaten in verarbeiteten Lebensmitteln aus umweltfreundlicher und tiergerechter Produktion stammen.

Finanzielle Probleme

Während sie ihre Volksinitiative vorantreibt, hat die vor allem in der Romandie aktive Uniterre finanzielle Probleme. Die Bauerngewerkschaft stehe am «Rande des Abgrunds», liess sich Präsident Charles-Bernard Bolay im März in der Mitgliederzeitung zitieren.

Am Freitag teilte Uniterre nun mit, man müsse wie angekündigt davon absehen, eine freigewordene Stelle im Umfang von 60 Prozent weiterhin zu besetzen. Trotzdem verbleibe ein Loch von 60'000 Franken, das es bis Ende Jahr zu stopfen gelte. In Frage kämen dafür neue Mitglieder oder Spenden.

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