16.03.2016 17:20
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Uri
UR: Kein Versicherungszwang für Rinder
Der Urner Landrat hat sich dafür ausgesprochen, die derzeit bestehende obligatorische Rindviehversicherung aufzuheben. Das letzte Wort hat das Stimmvolk.

In Uri besteht seit 1971 ein kantonales Gesetz über die Rindviehversicherung. Dieses verpflichtet alle Rindviehbesitzer, ihre Tiere bei einer der 20 öffentlich-rechtlichen Rindviehversicherungskassen gegen Krankheit und Unfall zu versichern. Der Kanton steuert je nach Höhe der Prämien einen Beitrag von 5 bzw. 7.50 Franken pro versichertes Tier bei. Derzeit sind im Kanton Uri bei öffentlich-rechtlichen Rindvieh-Versicherungskassen rund 10'200 Tiere gegen Unfall und Krankheit versichert.

Der Regierungsrat will das Versicherungs-Obligatorium aufheben, weil es nicht mehr zeitgemäss sei. Die Auswirkungen auf die Landwirtschaftsbetriebe seien im Mittel gering, heisst es in einem Bericht. Ein Vergleich unterschiedlicher Versicherungsmodelle zeige, dass ein durchschnittlicher Bauernbetrieb mit einem Verzicht finanziell gleich gut abschneide wie mit dem Versicherungsobligatorium. Den Landwirten empfiehlt die Regierung, das Vieh künftig privat oder gar nicht mehr zu versichern.

Der Landrat hat heute mit 48 zu 9 Stimmen deutlich entschieden, den Versicherungszwang aufzuheben. Das letzte Wort hat indes das Urner Stimmvolk, welches gemäss Nachrichtenagentur SDA Ende September oder spätestens Ende November 2016 entscheiden wird.

In den letzten Jahren hätten viele Kantone diese obligatorische Viehversicherung aufgehoben, hiess es vonseiten des Kantons. Damit sei meist auch der bis anhin gewährte kantonale Beitrag an die Versicherungskassen entfallen. Die Urner Regierung will sich stattdessen mit Beiträgen am Pikettdienst für das Notschlachten beteiligen. Zudem soll der Kanton neu Beiträge aus dem bestehenden Tierseuchenfonds an nicht versicherbare Tierverluste leisten können.

Dank der Aufhebung des Versicherungsobligatoriums soll der Kanton ab 2017 jährlich um 67'000 Franken entlastet werden. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten.

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