19.02.2014 09:47
Quelle: schweizerbauer.ch - Silvia Gisler
Schwyz
Urteil zugunsten der Bauern
Der Bewirtschaftungsweg, der das Gebiet Teufruns oberhalb Altendorf erschliesst, darf bleiben. So lautet zumindest der Entscheid der Regierung, nachdem sie einen Augenschein vor Ort nehmen musste.

Zwei Altendörfler Bauern haben im Gebiet Teufruns einen Karrweg zu einem Bewirtschaftungsweg ausgebaut. Gleich mehrere Umweltverbände erhoben Einsprache gegen das Baugesuch und reichten schliesslich gegen die erteilte Baubewilligung eine Verwaltungsbeschwerde beim Regierungsrat ein. «Die Beschwerde der Schutzverbände wurde nun im zweiten Rechtsgang abgewiesen», teilt Bruno Beeler, Rechtsanwalt und Vertreter der Landwirte, mit. Die Baubewilligung sei somit bestätigt worden und der von den Verbänden geforderte Rückbau nicht mehr notwendig.

Bedrohung Waldwuchs

Der Regierungsrat ist der Auffassung, dass der erstellte Bewirtschaftungsweg nicht wie von den Umweltverbänden aufgezeigt in, sondern ausserhalb des Auerhuhn-Kerngebiets verlaufe. Es tangiere zudem nur einen Randbereich des Verbreitungsgebiets. Des Weiteren stützt er sich auf die Feststellungen des Altendörfler Gemeinderats, wonach das kommunale Naturschutzobjekt durch den Waldeinwuchs viel stärker bedroht sei als durch den umstrittenen, 130 Meter langen Weg. Würde der Wald im umliegenden Gebiet zuwachsen, so hätte dies im Gegensatz zum erstellten Weg negative Auswirkungen auf den Lebensraum des Auerwildes.

Auch wäre es gar nicht möglich, das Flachmoor zu pflegen beziehungsweise die Streu wegzuschaffen, wenn die erstellte Strasse nicht wäre. Hinzu komme, dass alternative Erschliessungsvarianten des Gebiets Teufruns «aus topografischen, rechtlichen und finanziellen Gründen keinen gangbaren Weg darstellen».

Private Interessen

Deshalb seien im aktuellen Fall die privaten Interessen der beiden Bauern an einer direkten Erschliessung des Gebiets knapp stärker zu gewichten als die öffentlichen Interessen am Naturschutz. «Für die Beschwerdegegner hätte es unzumutbare Auswirkungen, wenn sie für jede Fahrt in das Gebiet Teufruns den weiten Umweg über Siebnen-Galgenen in Kauf nehmen müssten (zumal diese Strecke im Winter nicht immer vollständig befahrbar ist)», heisst es im Entscheid.

Mit den vom Regierungsrat angeordneten Auflagen (abschliessbare Barrieren, Fahrverbot für jeglichen Verkehr) könne der Gefährdung des Auerwilds wirksam entgegengetreten werden. Ein Rückbau der Strasse zu einem Karrweg würde die Freizeitnutzer auch nicht vollständig davon abhalten, das Gebiet oberhalb Altendorf zu durchqueren.

Angesichts dieses regierungsrätlichen Entscheids muss die Gemeinde Altendorf nun ihrerseits für das kommunale Naturschutzobjekt eine ausreichend grosse Kompensationsfläche verbindlich festlegen. Die Verfahrenskosten von 1500 Franken plus insgesamt 600 Franken Parteienentschädigung haben die beschwerdeführenden Umweltverbände zu bezahlen. Sie haben die Möglichkeit, diesen Entscheid ans Verwaltungsgericht weiterzuziehen.

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