30.01.2019 13:02
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Agrarpolitik
«Verkäsungszulage nicht senken»
Der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten SMP hat seine Position zur Vernehmlassung zur Agrarpolitik 2022+ festgelegt. Er unterstützt die tiefere Gewichtung der flächenbezogenen Direktzahlungen, wehrt sich aber gegen eine Senkung der Verkäsungszulage.

Die Schweizer Milchproduzenten gehören zu den Verlierern der Agrarpolitik 2014-17, teilen die SMP am Mittwoch in einer Mitteilung mit. Dies sei unverständlich, da die Milchproduktion standortgerecht und am wettbewerbsfähigsten sei.

Höhere Produktionssystembeiträge werden begrüsst


Die Stossrichtung der Agrarpolitik 2022+, die flächenbezogenen Direktzahlungen tiefer zu gewichten und die Produktionssystembeiträge über Programme wie RAUS (regelmässiger Auslauf ins Freie), BTS (besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme), GMF (grünlandbasierte Milch- und Fleischproduktion) und Tiergesundheit zu erhöhen, wird von den SMP geteilt. «Entscheidend ist nun, dass die bestehenden und neuen Produktionssystembeiträge so ausgestaltet werden, dass der höhere Aufwand in der Milchproduktion aufwandgerecht abgegolten wird», macht die Dachorganisation der Milchbauern deutlich.

Positiv bewertet wird auch, dass die eingesetzten Mittel der Direktzahlungen unverändert bleiben sollen. Auch dass der Zahlungsrahmen (2022 – 2025) für die gesamte Landwirtschaft auf dem heutigen Stand bleibt, die Milchprüfung wieder direkt an die Landwirtschaft gekoppelt sowie die neu eingeführte Ausrichtung der Absatzförderung beibehalten wird und dass die Vorsorgeleistungen für Familienarbeitskräfte grundsätzlich verbessert werden sollen, finden bei den SMP Zustimmung. Begrüsst wird auch eine Verschärfung der Ausbildungsanforderungen beim Bezug von Direktzahlungen.

Senkung der Verkäsungszulage wird abgelehnt

Die Schweizer Milchproduzenten haben aber auch Kritikpunkte. Der Vorschlag zur Senkung der Verkäsungszulage wird mit aller Deutlichkeit zurückgewiesen. «Eine Senkung der Verkäsungszulage gemäss Vorschlag des Bundesrates würde unweigerlich zu einer flächendeckenden Milchpreissenkung von 2 Rappen führen», heisst es im Communiqué. Dies führe zu einer Wertschöpfungsvernichtung in der Höhe von 70 Millionen Franken.

Auch die Erhöhung der Siloverzichtszulage findet keinen Anklang. Die Entkoppelung der Verwertung der Milch von der Gewährung der Siloverzichtszulage führt aus Sicht der Milchproduzenten zu falschen Anreizen auf dem Markt. Die SMP befürchten, dass das Angebot auf keine Nachfrage stossen wird. «Die Gefahr, dass damit am Markt weiterer Druck auf die Preise entsteht, ist zu hoch», heisst es weiter. Mehrwertbestrebungen der Branche, wo das Tierwohl einen höheren Stellenwert bekommt, würden so untergraben.

Der Bundesrat möchte bei der Milchproduktion mit einer Umlagerung der Mittel einen Beitrag zur Qualitätsstrategie leisten. Ohne Silage produzierte Milch soll stärker gefördert werden. Deshalb soll die Siloverzichtszulage von 3 auf 6 Rp./kg steigen. Im Gegenzug soll die Verkäsungszulage um 2 Rp./kg gesenkt werden.

Raufutter fördern

Nicht nachvollziehen können die SMP, dass das Raufutter nicht gestärkt werden soll. «Eine der ganz grossen Stärken sind die Verfügbarkeit und der Einsatz von einheimischem Raufutter», argumentiert der Dachverband. Raufutter sei ein entscheidendes Differenzierungsargument gegenüber dem Ausland. Diesem Umstand soll bei der Ausgestaltung eines GMF-Programms Rechnung getragen werden, lautet die Forderung der Schweizer Milchproduzenten.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE