12.02.2020 11:58
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Milchmarkt
Verkäsungszulage: SMP gegen Systemwechsel
Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) lehnen den Systemwechsel zur Direktauszahlung der Verkäsungszulage ab.

Weil ein Ostschweizer Käser die Verkäsungszulage einbehalten hatte, statt sie an seine Milchlieferanten weiterzuleiten, gingen zwei Milchbauern bis vor Bundesgericht. Das Bundesamt für Landwirtschaft muss ihnen nun die Verkäsungszulage nachträglich auszahlen.

Um solche Fälle zu verhindern, schlägt das Wirtschaftsdepartement nun vor, die Verkäsungszulage und die Siloverzichtszulage in Zukunft statt dem Milchverwerter direkt an die Milchproduzenten auszuzahlen. In der Vernehmlassung zur AP 22+ hatten die SMP einen solchen Wechsel als «nicht prioritär» bezeichnet. 

Sorge wegen Preisdruck 

Nun wird klar, dass die SMP dies sogar ablehnen. Sie seien zum klaren Schluss gekommen, dass die Nachteile und Risiken eines Systemwechsels bei der Auszahlung der Milchzulagen für die Milchproduzenten wesentlich grösser ausfallen als die Vorteile und Chancen, heisst es auf Anfrage des «Schweizer Bauer». Der Hauptgrund ist der befürchtete Preisdruck.

Ein Systemwechsel würde unterschiedliche Marktpreise für Milch bei der «weissen» Linie (Konsummilch, Butter, Joghurt, Pulver) und der «gelben» Linie (Käse) mit sich bringen. In letzter Konsequenz müsste laut einer Analyse der SMP mit einer Marktangleichung des Molkereimilchpreises an den in Zukunft tieferen Käsereimilchpreises (netto ohne Verkäsungszulage) gerechnet werden. Damit würde Preisdruck auf dem Molkereimilchmarkt verursacht.

«Transparenz wäre besser»

Die SMP verweisen auf den Begleittext zur Vernehmlassung: «Vor allem im Export könnten durch die Senkung der Schweizer Preise für verkäste Milch die Käseeinkäufer Druck auf die Käsepreise machen, was wiederum die Milchpreise im Inland negativ beeinflussen würde. Durch die tieferen Preise für verkäste Milch könnten auch die Preise für Molkereimilch sinken.» 

Zudem wären laut den SMP mehr Administration und Kontrolle nötig. Das Erfüllungsrisiko für den Bund wäre nicht in allen Fällen weg. Und die SMP sehen für die Zukunft auch politische Risiken. Sie meinen damit, dass die Politik auf die Idee kommen könnte, eine Grenzöffnung der «weissen» Linie mit  zusammengelegten oder angepassten Zulagen zu kompensieren. Die Markttransparenz würde insgesamt auch aus Sicht der Milchbauern als besser wahrgenommen, aber für die SMP ist der Preis dafür «sehr hoch» sprich «zu hoch». 

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