4.09.2020 18:53
Quelle: schweizerbauer.ch - tku
Bern
Weckruf auf dem Bundesplatz
Befürworter des revidierten Jagdgesetzes trafen sich am Freitag auf dem Bundesplatz zu einer Kundgebung. Sie nahmen Schafe, Ziegen, Kühe und Pferde mit, um auch deren Recht auf Schutz zu unterstreichen. -> Mit Video

Am Freitag schallte ein lautes Ja zum revidierten Jagdgesetz über den Berner Bundesplatz. Es kam von Vertretern des Schweizer Bauernverbands, Jagd Schweiz und der Schweizerischen Arbeitsgesellschaft für die Berggebiete.

Redner legten dar, warum alle Schweizer am 27. September ein Ja zum Jagdgesetz in die Urne legen sollten. Es wurde nicht nur über die Gefährdung von Schafen, Ziegen und Rindern durch Wildtiere, sondern auch über die Konsequenzen für Wirtschaft und Tourismus gesprochen.

Verluste und Abwanderung

«Sobald die Tiere im Frühling auf den steilen Weiden sind, beginnt auch die Angst um ihren Verlust», erklärte die Rednerin Regula Schmid-Blumer. Als Bergbäuerin auf dem Glaspass am Heinzenberg oberhalb von Thusis ist sie in ihrem Alltag hautnah mit dem Wolf konfrontiert. Die Freilaufhaltung und das Abweiden der Bergwiesen seien die beste Voraussetzung für qualitativ hohe Lebensmittel.

«Das wird nun gefährdet, denn sicher sind die Tiere bald nur noch im geschlossenen Stall. Wird die Belastung zu gross, werden Land- und Alpwirtschaft aufgegeben. Es kommt zur Abwanderung und zum Verlust jahrhundertealter Traditionen. Stattdessen werden Massentierhaltung im Tal und Import gefördert.»

Regulation und Schutz

CVP-Nationalrat Markus Ritter, Präsident Schweizer Bauernverband, legte den Anwesenden dar, dass das revidierte Jagdgesetz eine Regulation von Einzeltieren ermögliche, die Schaden anrichten. «Aus unserer Sicht ist das angepasste Gesetz ein Schutzgesetz und kein Abschussgesetz Ich wundere mich persönlich darüber, warum die gerissenen Schafe für die Tierschützer keine schützenswerten Tiere sind.» Schliesslich bedürften alle Tiere Schutz. «Die Land- und Alpwirtschaft sind durch die Rückkehr der Grossraubtiere ganz besonders betroffen. Es ist legitim, dass Bäuerinnen und Bauer ihre Tiere schützen wollen», sagte Ritter.

Jill Nussbaumer, passionierte Wanderin und Vizepräsidentin der Jungen FDP, befürchtet, dass die Wandermöglichkeiten in der Schweiz stark eingeschränkt werden könnten. Sie hält es nicht für richtig, dass Städterinnen und Städter der Bergbevölkerung vorschreiben, unter welchen Bedingungen sie zu leben hat.  

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE