23.10.2019 07:31
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Politik
Weichenstellung für Ständerats-Stichwahl
Für die zweiten Ständerats-Wahlgänge sind am Dienstag in mehreren Kantonen die Weichen gestellt worden. In Freiburg steigt die Betriebsökonomin Johanna Gapany für die FDP ins Rennen. Landwirt Pierre-André Page (SVP) zieht sich zurück.

Im Kanton Bern tritt Rotgrün mit dem Bisherigen Hans Stöckli (SP) und mit Regula Rytz (Grüne) an. Die beiden belegten am Sonntag im ersten Wahlgang die beiden Spitzenplätze, verpassten aber wie alle anderen das absolute Mehr.

Die bürgerlichen Parteien setzen auf Landwirt Werner Salzmann (SVP), der nur hauchdünn hinter Rytz auf Rang 3 kam, und auf Christa Markwalder (FDP). Sie belegte mit deutlichem Rückstand Platz 5. Dazwischen lag noch die Berner Finanzdirektorin Beatrice Simon (BDP), die aber am Dienstag die Waffen streckte. Sie verzichtet auch auf ihr Nationalratsmandat und will Regierungsrätin bleiben.

Wermuth tritt nicht mehr an

Im Kanton Aargau tritt SP-Nationalrat Cédric Wermuth nicht zur Ständerats-Stichwahl an, wie er am Dienstag bekannt gab. Dafür steigt Ruth Müri (Grüne) erneut ins Rennen. Darauf einigten sich die beiden Parteien.

Müri erhält für den zweiten Wahlgang die Unterstützung der SP. Im ersten Wahlgang für den Ständerat hatte kein Kandidierender das absolute Mehr geschafft. Das Feld führten Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) an. Die beiden treten zum zweiten Wahlgang an.

Die CVP-Delegierten nominierten am Abend die neu gewählte CVP-Nationalrätin Marianne Binder einstimmig für den zweiten Wahlgang.

Rot-Grün gegen FDP in der Waadt

Im Kanton Waadt kommt es zu einem Zweikampf zwischen dem rot-grünen Duo Adèle Thorens und Ada Marra gegen FDP-Kandidat Olivier Français. Drei Listen mit insgesamt drei Kandidierenden wurden bis Ablauf der Frist am Dienstagmittag eingereicht.

Im ersten Wahlgang hatten Thorens (Grüne) und Marra (SP) Français deutlich distanziert. Der Bisherige erhielt fast 20'000 Stimmen weniger als die zweitplatzierte Sozialdemokratin Marra. Mit der Unterstützung der SVP wird der Freisinnige versuchen, am 10. November seinen Sitz in der kleinen Kammer zu retten. Das rot-grüne Ticket wird von der Partei der Arbeit (PdA/POP) unterstützt.

Drei Parteien im Kanton Zug

Im Kanton Zug treten zum zweiten Wahlgang FDP, SVP und ALG noch einmal an, wie die Zuger Staatskanzlei am Dienstag mitteilte.

Bis zum Ablauf der Frist um 12 Uhr waren für die Stichwahl die Anmeldungen jener drei Kandidaten eingegangen, die im ersten Wahlgang am Sonntag hinter dem wiedergewählten Ständerat Peter Hegglin (CVP) lagen. Die FDP schickt Matthias Michel ins Rennen. Heinz Tänner (SVP) tritt ebenfalls noch einmal an.

Eine Alternative zu den beiden bürgerlichen Kandidaten ist Tabea Zimmermann, die für die Alternative - die Grünen (ALG) noch einmal antritt.

Noch sechs Kandidaten in Genf

Im Kanton Genf kämpfen sechs Kandidaten im zweiten Wahlgang um den Einzug in den Ständerat. Rot-Grün tritt mit dem Spitzenduo Lisa Mazzone und Carlo Sommaruga an. Die zerstrittene Rechte zieht mit einem CVP/FDP-Tandem und einer SVP-Kandidatin ins Feld.

Bei den Wahlen am Sonntag lagen die Grüne Mazzone und der Sozialdemokrat Sommaruga mit fast 15'000 Stimmen vor dem freisinnigen Herausforderer Hugues Hiltpold. Die bürgerliche Entente von FDP und CVP schickt erneut Hiltpold und Béatrice Hirsch (CVP). Bei der SVP tritt Céline Amaudruz noch einmal an. Auch der Parteilose Paul Aymon behält seine Kandidatur bei.

Fünf im Rennen im Wallis

Die Walliser Stimmberechtigten haben im zweiten Wahlgang für den Ständerat die Wahl unter fünf Kandidierenden, drei Männern und zwei Frauen. Die C-Parteien und Links-grün präsentieren je ein Zweierpaket, die SVP kämpft alleine um einen Sitz im Stöckli.

Für die CVP steigen erneut der amtierende Oberwalliser Ständerat Beat Rieder und Grossrätin Marianne Maret ins Rennen. Mathias Reynard (SP) und Brigitte Wolf (Grüne) heisst das linksgrüne Tandem. Für die SVP stellt sich Cyrille Fauchère erneut zur Wahl. Die FDP hat ihren Kandidaten zurückgezogen.

Stille Wahl in Luzern erwartet

Im Kanton Luzern zeichnet sich bei der Vergabe des zweiten Ständeratssitzes eine stille Wahl ab. SVP und SP nahmen ihre Kandidaten aus dem Rennen und ebnen damit den Weg für CVP-Kandidatin Andrea Gmür, der die FDP ihre Unterstützung zusicherte.

Die SVP-Delegierten sprachen sich am Dienstagabend bei ihrer Versammlung in Zell grossmehrheitlich für einen Rückzug aus. Ihr Kandidat Franz Grüter war im ersten Wahlgang mit über 16'500 Stimmen deutlich hinter CVP-Kandidatin Gmür auf dem dritten Platz gelandet.

Die Delegierten der SP entschieden sich einstimmig dafür, nicht mehr anzutreten. Die Mitglieder der Grünen entscheiden definitiv am Mittwoch. Käme es wider Erwarten zu einer linken Kandidatur, würde auch Grüter für die SVP noch einmal antreten.

FDP Solothurn zieht Kandidatur zurück

Die Solothurner FDP zieht erwartungsgemäss ihren Kandidaten Stefan Nünlist vor dem zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen zurück. Nach einer kontrovers geführten Diskussion beschlossen die Delegierten am Dienstagabend in Walterswil SO mit 96 zu 40 Stimmen zudem, dass die FDP den SVP-Kandidaten Christian Imark nicht unterstützt. Damit drang die Parteileitung durch. Sie hatte beantragt, keine Wahlempfehlung für einen anderen Kandidaten auszusprechen.

Der Zweikampf zwischen Nationalrat Christian Imark (SVP) und dem Bisherigen Roberto Zanetti (SP) wird nach dem Rückzug des FDP-Kandidaten endgültig Tatsache. SVP und SP hatten ihre Kandidaten am Montagabend einstimmig für den zweiten Wahlgang vom 17. November nominiert.

Die CVP, für die Pirmin Bischof die Wiederwahl in den Ständerat im ersten Wahlgang schaffte, unterstützt weder Imark noch Zanetti. Sie beschloss Stmmfreigabe am Dienstagabend. Schon 2015 hatte die Partei auf eine Wahlempfehlung verzichtet.

Zweikampf im Kanton Schwyz

Im Kanton Schwyz kommt es zu einem Zweikampf um den Sitz des abtretenden SVP-Ständerats Peter Föhn. FDP-Kandidat Kaspar Michel, der im ersten Wahlgang auf dem vierten Platz gelandet war, tritt nicht mehr an. Die Schwyzer FDP-Delegierten entschieden am Dienstagabend bei ihrer Versammlung in Seewen, nicht an der Stichwahl teilzunehmen, wie die Partei mitteilte.

Am Sonntag hatte einzig der amtierende Ständerat Alex Kuprecht (SVP), der seit 2003 im Amt ist, die Wahl geschafft. Der zweite SVP-Kandidat Pirmin Schwander verpasste das absolute Mehr, lag aber an zweiter Stelle 106 Stimmen vor Regierungsrat Othmar Reichmuth (CVP). Beide wurden von ihren Parteien für den zweiten Wahlgang nominiert. Die FDP empfiehlt beim zweiten Wahlgang Stimmfreigabe.

SVP zieht Kandidaten im Kanton Freiburg zurück

Im Kanton Freiburg buhlen am 10. November drei Kandidaten um die beiden Ständeratssitze. Neben den Bisherigen, SP-Präsident Christian Levrat und Beat Vonlanthen von der CVP, stellt sich Johanna Gapany von der FDP zur Wahl. Die SVP verzichtet auf eine Kandidatur.

Der SVP-Kandidat Pierre-André Page verzichtet auf die Zweitwahl für den Ständerat. Der Entscheid der SVP sei am Dienstagabend in Crêt-près-Semsales FR von der kantonalen Partei getroffen worden, teilte der Vizepräsident der Kantons-SVP Christophe Blaumann gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Die SVP empfehle, einen leeren Stimmzettel abzugeben. Damit unterstützt sie auch nicht die FDP-Kandidatin Johanna Gapany.

Die Betriebsökonomin war am Dienstagmorgen von ihrer liberalen Partei erneut aufgestellt worden. Die bisherigen Freiburger Ständeräte Levrat und Vonlanthen stellen sich ebenfalls zur Wahl. Dies haben ihre Parteien bereits am Montagabend beschlossen. Die Frist zur Einreichung der Listen für den zweiten Wahlgang läuft am Mittwochmittag ab.

Gapany hatte am Sonntag mit 19'534 Stimmen nur knapp 4000 Stimmen weniger erhalten als Vonlanthen, der auf 23'316 Stimmen gekommen war. Levrat hatte im ersten Wahlgang das absolute Mehr zwar ebenfalls verfehlt, aber mit 36'958 Stimmen das beste Resultat erzielt. Pierre-André Page von der SVP landete mit 18'497 an vierter Stelle.

Nicht mehr antreten für den zweiten Wahlgang dürfen die Grünen, deren Kandidat Gerhard Andrey nur das fünftbeste Resultat erzielte. Im Kanton Freiburg darf die Zahl der Kandidierenden im zweiten Wahlgang die doppelte Zahl der noch zu besetzenden Sitze nicht überschreiten.

 

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