15.03.2017 18:20
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Tierwohl
«Weide-Raus» nicht vom Tisch
Das BLW wollte bisher trotz breit abgestützter Forderungen nichts von einem zweistufigen Raus-Programm wissen. Nun machen die Verbände Druck. Ab 2018 soll es für «Weide-Raus» 80 Franken mehr geben als für Raus. Wie beurteilen Sie das zweistufige Modell? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab

Der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Rindvieh- und Labelorganisationen fordern seit Langem beim Rindvieh ein zweistufiges Raus-Programm – mit einem höheren Beitrag für Raus mit Weide im Gegensatz zu dem Raus, bei dem die Weidefläche kleiner sein kann. Vom breit abgestützten Antrag wollte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) aber nichts wissen. Er fand im Verordnungspaket 2017 keinen Eingang.

80 Franken für Weide-Raus

Nun wird klar: Das «Weide-Raus» ist noch nicht vom Tisch. Im Gegenteil, wie Martin Rufer vom SBV bestätigt: «Wir fordern weiterhin die Einführung eines zweistufigen Raus-Programms im Rindviehbereich – also ein Basis-Raus und ein Weide-Raus – sowie die Erhöhung der Mittel für die Tierwohlprogramme.» Finanziert werden sollen die höheren Beiträge mit Mitteln aus den Übergangsbeiträgen. Rufer: «Für das Weide-Raus schlagen wir einen um 80 Franken höheren Beitrag vor.» Bei Raus liegt der Beitrag für Kühe derzeit bei 190 Franken pro GVE.

Die Zweistufigkeit soll laut Rufer per 2018 umgesetzt werden. «Wir werden unsere Forderung beim BLW einbringen, und wir erwarten, dass das BLW sie aufnimmt», betont Rufer, «sie  wird von allen Beteiligten – den Schweizer Milchproduzenten, der Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter,   dem Kälbermästerverband, den Schweizer Rindviehproduzenten, Swiss Beef, Mutterkuh Schweiz, Bio Suisse und IP- Suisse – mitgetragen.»

Trümpfe der Schweizer Viehwirtschaft

Mathias Gerber von Mutterkuh Schweiz pocht ebenfalls darauf, dass das BLW einlenkt: «Die Weide ist im internationalen Vergleich einer der Trümpfe der Schweizer Viehwirtschaft. Ein höherer Raus-Beitrag für Rindvieh mit Weide käme jenen Betrieben zugute, die viele Übergangsbeiträge zu verlieren haben und die standortbedingt wenig  Kompensationsmöglichkeiten haben – seien es nun Milchproduzenten, Aufzuchtbetriebe, Weidemastbetriebe oder Mutterkuhhalter.»

Jürg Jordi vom BLW meint dazu: «Die Vernehmlassung zum Verordnungspaket 2017 läuft noch. Wir nehmen die Stellungnahme der Organisationen wie alle andern auf.» 

 

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