19.11.2012 01:01
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Klimawandel
Weltbank warnt vor Folgen von Erderwärmung um vier Grad
Die Weltbank warnt eindringlich vor den drastischen Folgen der Erderwärmung. In ihrem jüngsten Klima- Bericht rief sie Regierungen am Sonntag (Ortszeit) weltweit dazu auf, die rund eine Billion Dollar umfassenden Subventionen für Kohle und andere fossile Brennstoffe in alternative Energien umzulenken.

Zugleich veröffentlicht die Berliner «Tageszeitung» (taz/Montag)  ein Arbeitspapier des Weltklimarates, wonach die politisch  vereinbarte Begrenzung der Erwärmung auf zwei Grad kaum noch  erreichbar sei.

«Der Klimawandel ist eine der grössten Herausforderungen für die  Entwicklung, und wir müssen die moralische Verantwortung dafür  übernehmen, im Namen kommender Generationen zu handeln, besonders  für die Ärmsten», sagte Weltbank-Chef Jim Yong Kim laut Mitteilung.  «Eine vier Grad wärmere Welt kann und muss vermieden werden - wir  müssen die Erwärmung unter zwei Grad halten.»

Der Report basiert auf einer Studie des Potsdam-Instituts für  Klimafolgenforschung (PIK) und der Organisation Climate Analytics in  Berlin. Demnach befindet sich die Welt auf einem Kurs, der schon bis  Ende des Jahrhunderts zu einer Erderwärmung von vier Grad Celsius  führen dürfte.

Steigender Meeresspiegel

Die dadurch verursachten Risiken liegen nach Angaben des PIK  ausserhalb der Erfahrung unserer Zivilisation: «Dazu zählen  Hitzewellen, besonders in den Tropen, ein Hunderte Millionen  Menschen betreffender Anstieg des Meeresspiegels und Missernten,  welche die globale Ernährungssicherheit gefährden.»

Der Meeresspiegel könnte nach Angaben der Forscher um bis zu 100  Zentimeter ansteigen - besonders vor Ländern wie den Philippinen,  Mexiko und Indien.

«Der einzige Weg, dies zu vermeiden, ist ein Bruch mit den vom  Zeitalter fossiler Brennstoffe geprägten Mustern von Produktion und  Konsum», sagte PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber. Er mahnte,  eine Erwärmung über zwei Grad könne sogenannte Kipp-Effekte mit  unumkehrbaren Folgen auslösen.

So führe eine bestimmte Temperaturerhöhung bei wichtigen  Getreidesorten zu grossflächigen Ernteausfällen. Auch könne das  Eisschild Grönlands unwiderruflich schmelzen.

Schnellere Erwärmung

Nach dem Arbeitspapier des Weltklimarates erwärmt sich die Erde  schneller als bislang gedacht, wie die Zeitung «taz» berichtet. Es  sei «zumindest wahrscheinlich, dass bis 2100 die Erwärmung zwei Grad  Celsius übersteigt», sollten die Treibhausgasemissionen so  weitergehen wie bislang, zitiert die Zeitung aus dem internen  Berichtsentwurf.

Dafür hätten Hunderte Klimawissenschaftler den aktuellen Stand  der Forschung zusammengetragen. Demnach schmelzen zudem die  Eisflächen schneller als bislang angenommen, und der Meeresspiegel  steigt höher.

Die Landpflanzen und Böden speichern diesen Angaben zufolge  weniger Kohlendioxid als gehofft, und die Meere versauern schneller.  Nach «taz»-Angaben stammen die Daten aus einem Entwurf für den  ersten Teil des 5. IPCC-Berichts. Am 26. November beginnt in Doha  (Katar) der 18. UNO-Klimagipfel, bei dem weiter über die Reduktion  der Treibhausgase verhandelt werden soll.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE