6.10.2014 13:24
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Raumplanung
Widerstand gegen Überbauen
In den vergangenen Tagen hat die Bevölkerung in Bern, Basel und der Gemeinde Glarus Nord Überbauungsprojekte abgelehnt.

Nein zu einem sogenannten Entwicklungsschwerpunkt im Riet. So lautete das Verdikt der ausserordentlichen Gemeindeversammlung in Glarus Nord, die am Donnerstagabend stattfand. Auf zwanzig Hektaren hätte sich dort die Eternit AG, ein sehr wichtiger Arbeitgeber in der Region, entwickeln können. Der Gemeinderat hatte damit argumentiert, es handle sich nicht um Fruchtfolgefläche (FFF) gemäss kantonalem Richtplan.

«So entsteht Zersiedelung»

Die grüne Landrätin Priska Müller hatte im Vorfeld in der «Schweiz am Sonntag» allerdings gesagt, die FFF seien durch den Kanton noch gar nicht festgelegt worden. Sie hatte auch betont: «Genau das ist das Problem, so ist die Zersiedelung des Mittellandes entstanden. Indem Gemeindebehörden Schritt für Schritt eingezont haben, ohne zu prüfen, ob eine Entwicklung nach innen möglich wäre.»

In Basel, Riehen BS und Bettingen BS lehnten die Stimmberechtigten am vorletzten Sonntag eine Überbauung auf dem Bruderholz ab. Dort hätten am Stadtrand fünf Hektaren eingezont werden sollen. «Lieber grün statt zwölf Wohntürme», titelte die «Basler Zeitung».

«Landverschleiss»

Das Komitee «Zweimal Nein zur Verbauung von Basler Grünflächen» hatte unter anderem einen «sinnlosen Landverschleiss» kritisiert: «Auf dem Bruderholz sollen für nur 250 Bewohner fünf Hektaren Ackerland verbaut werden.» Das sei eine Vergeudung von unersetzlichem Boden. Gemäss dem Zonenplan der Regierung bestehe auf unternutzten Arealen im Siedlungsgebiet Platz für weitere 10'000 bis 15'000 Einwohner.

Auch in der Region Bern wurde ein grosses Bauprojekt an der Urne zu Fall gebracht. Die beiden Vorortsgemeinden Köniz und Ostermundigen lehnten das Projekt «Tram Region Bern» ab. Ein Gegenargument waren die hohen Kosten von rund 500 Millionen Franken. Aber gerade in der Gemeinde Köniz hatte der Verein Kulturlandschutz Region Bern den Boden für ein Nein bereitet.

Präsident und BDP-Grossrat Ueli Stähli hatte in der «Berner Zeitung» geschrieben: «Um eine genügende Auslastung der Achse Köniz–Schliern zu erreichen, muss die Einwohnerzahl erhöht werden, was zwangsläufig zur Überbauung der 25 Hektaren Kantonsland führt. Wenn der Kanton bereit ist, ein Infrastrukturprojekt mit sagenhaften 300 Mio. Fr. zu unterstützen, dann können der Tramlinie entlang auf 1,5 km Länge wohl kaum weiterhin Kühe weiden.»

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE