3.04.2018 12:43
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Hornkuh
Wie die Hornkuh ins Bundeshaus kam
Die Hornkuh-Initiative von Armin Capaul sorgt europaweit für Schlagzeilen. Das Radio SRF hat den Bergbauer besucht und beleuchtet in einem 20-minütigen Beitrag, wie die Initiative es in das Bundeshaus schaffte.

Die Urheber der Hornkuh-Initiative wollen erreichen, dass weniger Tiere enthornt werden. In der Verfassung soll verankert werden, dass horntragende Kühe, Zuchtstiere, Ziegen und Zuchtziegenböcke mit finanziellen Beiträgen gefördert werden.

Dem Bergbauer aus dem Berner Jura schwebt ein Richtwert von rund einem Franken pro Kuh und Tag vor (365 Fr. im Jahr). Bei den Ziegen möchte er einen Beitrag von 20 Rappen pro Tag (73 Franken pro Jahr). Mehrkosten entstünden nicht, betonte Capaul. Man müsse das Geld im Landwirtschaftsbudget einfach anders verteilen, sagte er 2016 gegenüber schweizerbauer.ch.

Heute werden den meisten Kälbern die Hornanlagen ausgebrannt. Ein Verbot, Tiere zu enthornen, sieht das Volksbegehren nicht vor. Bundesrat und Ständerat lehnen die Initiative von Capaul und seinen Mitstreitern ohne Gegenvorschlag ab. Doch der Bergbauer lässt sich davon nicht beirren. Er lässt nun das Volk über das Begehren entscheiden. Bereits im kommenden November könnte es soweit sein. Capaul hat rund 150'000 Unterschriften gesammelt.

Das Radio SRF hat in einem 20-minütigen Beitrag in der Reihe «Einfach Politik» den Weg der Hornkuh-Initiative dokumentiert. Die Radiomacher waren Capaul zu Besuch. Dabei gibt es preis, wer ihn unterstützte. Auch wird der Frage nachgegangen, was einen Bauern zum Aktivisten macht und was braucht es, um eine Initiative (fast) im Alleingang zu stemmen. Ebenfalls zu Wort kommen ein Kampagnenleiter, ein Staatsrechtprofessor und Ständerart Roberto Zanetti. Der Kampagnenleiter ist der Ansicht, dass in Zukunft immer wie mehr Private Initiativen lancieren werden. Und Ständerat Zanetti spricht über den Auftritt von Capaul in den Kommissionen.

Mit seiner Initiative schafft sich der Bergbauer aus Perrefitte BE in der Landwirtschaft nicht nur Freunde. Es dürfte zu einer Spaltung kommen. Bei den Mitgliedern der IG Anbindestall stösst das Begehren indes auf Unterstützung. Für die meisten Bauern aber, welche ihre Kühe in Laufställen halten, ist es schlicht undenkbar, die Kühe nicht zu enthornen. Die Verletzungsgefahr für Mensch und Tier sei zu gross, argumentieren sie. Rund neun von zehn Milchkühen sind heute hornlos. Und auch bei unserer nicht repräsentativen Umfrage wollen 76 Prozent der Teilnehmenden ihre Tiere weiterhin enthornen. 

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