12.02.2014 09:09
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Windparks können die Witterung nicht grossräumig verändern
Spekulationen über wetterverändernde Einflüsse von grossen Windparks haben sich einer neuen Untersuchung zufolge als weitestgehend falsch herausgestellt.

Die Folgen für das Wetter blieben äusserst überschaubar, heisst es in der am Dienstag vom Fachjournal «Nature Communications» veröffentlichten Studie.

Neue Windparks eingerechnet

Selbst im schlimmsten Fall würden demnach die Einflüsse der Windparks auf das Wetter gegenüber jährlichen Schwankungen und Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels nicht ins Gewicht fallen. Dies schliessen Forscher des französischen Laboratoire des Sciences de Climat et de l'Environnment (LSCE) aus Simulationen der Folgen von Windparks für das europaweite Wetter im Jahr 2020.

Dabei gingen sie von der Annahme aus, dass die EU-Pläne zum Ausbau der erneuerbaren Energien bis dahin wie geplant umgesetzt und zahlreiche neue Windparks entstanden sind. Den Bestand der Windparks im Jahr 2012 nahmen sie als Ausgangsbasis und addierten vor allem neue Parks auf dem Meer, da dies ein zentraler Ausbautrend ist.

Auswirkungen begrenzt

Im Ergebnis seien die Auswirkungen auf das Wetter «begrenzt», heisst es in der Studie. Nur im Winter könne es durch die Errichtung der Windturbinenfelder im Zusammenspiel mit anderen Faktoren zu minimalen Wetterveränderungen kommen. So seien ein Temperaturanstieg um 0,3 Grad und eine Zunahme von Regen um bis zu fünf Prozent möglich, wenn sich zu den Wirbelstromeffekten der Windparks ein schwaches, dafür aber ausdauerndes Hochdruckgebiet über Europa geselle.

Die Forscher distanzierten sich damit von einigen älteren Studien. Diese hatten den Verdacht nahegelegt, grosse Windparks könnten das Wetter unter Umständen sogar grossräumig beeinflussen, indem ihre Turbinen warme und kalte Luft vermischten, örtliche Lufttemperaturen erhöhten und Niederschlagsmuster veränderten.

Aus einer 2010 veröffentlichten Simulation ging angeblich hervor, dass die Windparks die Wetterbedingungen bis an Orte in tausenden Kilometern Entfernung deutlich verändern könnten. Derartige Simulationen hätten aber wichtige Details der Wirkung der Windturbinen ausser acht gelassen, konstatierte jetzt die Forschergruppe aus Frankreich.

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