16.07.2013 14:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Wein
Winzer empört: Neu soll jeder im Tag 20 statt 2 Liter Wein einführen können
Der Bund will, dass Reisende viel mehr Wein zollfrei einführen können. Weinbranche und Bauernverband wehren sich. Pro Person und Tag dürfen Reisende heute 2 Liter Wein zollfrei einführen. Neu sollen es 20 Liter sein.

Erst ab dem 21. Liter würden 2 Fr. Zoll pro Liter fällig. Dies schlägt die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) im Rahmen von Verordnungsänderungen vor, die sie letzte Woche in die Anhörung gab. Diese Erhöhung lasse sich damit rechtfertigen, schreibt die EZV, dass die derzeit auf Wein oder Bier erhobenen Zollabgaben die Reisenden nicht davon abhielten, Wein oder Bier über die Freimenge hinaus einzuführen. Heute müssen beim Wein 60 Rp. ab dem 2. Liter bis zum 22. Liter und 3 Fr. ab dem 23. Liter berappt werden. In Zukunft soll aber laut  der EZV der Wert der alkoholischen Getränke  in die Berechnung der Wertfreigrenze von 300 Fr.  einbezogen werden. Ab diesem Betrag muss die Schweizer Mehrwertsteuer bezahlt werden.

Winzer sind dagegen

Die Erhöhung auf 20 Liter beim Wein sei völlig unverständlich, wird Sébastien Fabbi, Geschäftsführer der Swiss Wine Promotion, in der «NZZ am Sonntag» zitiert. Auch Nationalrat Laurent Favre (FDP, NE), Präsident der Schweizer Winzer, will die Freimenge 20 Liter nicht akzeptieren.  Er schlägt eine Menge von 5 Litern vor sowie einen Zoll von 3 Franken je Liter ab dem sechsten Liter vor. Sandra Helfenstein vom Schweizerischen Bauernverband kritisiert die vorgeschlagene  Erhöhung der Freimenge als unverhältnismässig. Sie fördere nicht nur den Einkaufstourismus, sondern öffne Tür und Tor für den Missbrauch, den gewerblichen Import und Weiterverkauf. Die zollfreien Mengen dürften den Wochenbedarf eines Privaten nicht übersteigen.

Auch mehr Frischfleisch?

Auch bei der Fleischeinfuhr sind Änderungen geplant. Heute sind es 0,5 kg Frischfleisch und 3,5 kg gesalzenes, getrocknetes und geräuchertes Fleisch, die zollfrei eingeführt werden können.  Neu soll es nur noch eine Kategorie Fleisch geben. Als Freimenge schlägt die EZV 1 oder 3 kg vor. Aus den Erläuterungen scheint hervorzugehen, dass die Verwaltung zu 3 kg tendiert. Denn sie schreibt: «Es ist an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass das Schmuggelrisiko steigt, je kleiner die zollfrei zugelassene Menge ist.»


 

 

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