28.11.2012 11:25
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Zersiedelung
Wohnbauboom im dritten Quartal an Decke gestossen
Die Bautätigkeit in der Schweiz hat sich im dritten Quartal etwas abgeschwächt. Die Umsätze im Bauhauptgewerbe gingen im Vergleich zum starken Vorjahresquartal um 1,8 Prozent auf 5,5 Mrd. Fr. zurück.

 Während der boomende Wohnbau an Kapazitätsgrenzen  stiess, musste der Tiefbau Einbussen hinnehmen.  Der Wohnbau bleibe das Zugpferd der Branche, teilte der  Schweizerische Baumeisterverband (SBV) am Mittwoch in einem  Communiqué mit. Zwischen Juli und September stieg der Umsatz  nochmals um 3,6 Prozent auf 1,67 Mrd. Franken.

Die Baufirmen arbeiteten an der Kapazitätsgrenze, hiess es  weiter. Die Zahl der im Bau befindlichen Wohnungen habe mit 74'000  gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) einen Wert erreicht, den  man seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen habe. Entsprechend sei der  Arbeitsvorrat der Baumeister beim Wohnungsbau gegenüber dem Vorjahr  um 15,3 Prozent gestiegen.

Stau beim Wohnungsbau

Es gebe einen Stau beim Wohnungsbau, schreibt der SBV. Es fehle  schlicht an Kapazitäten, um die Aufträge abzuarbeiten. Aus diesem  Grunde seien die Bauvorhaben für die letzten Monate des laufenden  Jahres kaum höher vor einem Jahr (+0,6 Prozent).   «Die stagnierenden Auftragseingänge (-2 Prozent) deuten aber auf  eine längerfristige Konsolidierung hin. Die striktere Praxis der  Banken bei der Hypothekenvergabe scheint zu wirken», schreibt der  SBV.

Federn lassen musste indes der Wirtschaftsbau. Hier sanken die  Umsätze um 2,4 Prozent auf 664 Mio. Franken. Die Auftragseingänge  brachen gar um ein Fünftel ein.

Immerhin sei der Arbeitsvorrat per Ende September um 7,3 Prozent  grösser als vor einem Jahr. Dies gelte auch für die Bauvorhaben für  das Schlussquartal (+7,9 Prozent). Damit scheint die Trendwende der  seit 2008 schrumpfenden Umsätze noch nicht ganz erreicht.

Tiefbau mit tieferen Umsätzen

Im Tiefbau schwächten sich die Umsätze ebenfalls gegenüber dem  sehr starken Vorjahresquartal um 5 Prozent auf 2,92 Mrd. Fr. ab. Die  Auftragseingänge sanken um 11 Prozent. Die Kantone seien angesichts  mancherorts drohender Budgetdefizite vorsichtiger geworden mit  Investitionen. Zudem fehlten im Moment auf nationaler Ebene die ganz  grossen Projekte, schreibt der SBV.

Die Bauvorhaben für das Schlussquartal 2012 deuteten kurzfristig  jedoch nicht auf einen Einbruch im Tiefbau hin (-2,1 Prozent).  «Wegen der bestehenden und sich abzeichnenden Kapazitätsengpässe bei  der Verkehrsinfrastruktur bleiben die langfristigen Aussichten  sowieso gut», schreibt der SBV.

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